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RUSSIA-MEDIA-MURDER-TRIAL-POLITKOVSKAYA
  Foto: AFP, AFP
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Mord an russischer Journalistin: Drei Freisprüche im Fall Politkowskaja

VON DORIS HEIMANN - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 21:30

Moskau (RP). Die Geschworenen im Prozess um die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja haben gestern in Moskau alle drei Angeklagten für nicht schuldig erklärt.

Als die Geschworenen einer nach dem anderen auf Freispruch plädieren, bricht Jubel im Gerichtssaal los. Militärrichter Jewgeni Zubow lässt den gelben Eisenkäfig öffnen, in dem in Russland die Angeklagten von Strafprozessen eingesperrt werden.

Die beiden tschetschenischen Brüder Dschabrail und Ibrahim Machmudow sowie der Ex-Polizeioffizier Sergej Chadschikurbanow können das Gericht als freie Leute verlassen. Die Jury hatte es für nicht erwiesen angesehen, dass sie an der Ermordung der kreml-kritischen Journalistin beteiligt waren.

Anna Politkowskaja, die sich für die Opfer militärischer Gewalt in Tschetschenien engagierte und auch offene Kritik am damaligen Präsidenten Wladimir Putin übte, war am 7. Oktober 2006 im Aufzug ihres Hauses erschossen worden.

Das Urteil bringt einen Prozess zum Abschluss, der von Anfang an mehr dazu gedient hatte, den Fall zu vernebeln, als ihn aufzuklären. In dem Mordfall, der für internationales Entsetzen gesorgt hatte, konnte die Justiz weder einen Mörder noch einen Auftraggeber präsentieren. Dabei ließ sich der Tathergang durch Überwachungsvideos genau rekonstruieren.

Die Kamera über dem Eingang des Wohnblocks hielt an jenem Abend fest, wie ein Mann mit Baseballkappe und dunklen Jeans das Haus betrat. Wenig später kam die Journalistin nach Hause. Nur 24 Sekunden danach verließ der Mann hastig das Haus. Trotz dieser Video-Aufnahmen konnte der Täter bis heute nicht dingfest gemacht werden.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, der Todesschütze sei Rustam Machmudow gewesen, der dritte Bruder der beiden jetzt freigesprochenen Tschetschenen. Doch Machmudow konnte sich ins Ausland absetzen ­ mit gefälschten Papieren, die ihm der russische Geheimdienst FSB besorgt hatte. Auf die Anklagebank zerrte man seine beiden Brüder.

Quelle: RP

 
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