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AFGHANISTAN US-Truppen, Panorama, AP 2009-0704
  Foto: AP, AP
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Afghanistan-Offensive: Drei Isaf-Soldaten getötet

zuletzt aktualisiert: 04.07.2009 - 13:44

Chost (RPO). Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben am Samstag im Osten Afghanistans ein Lager der US-Truppen angegriffen und diese zwei Stunden lang in ein Gefecht verwickelt. Zwei amerikanische Soldaten wurden dabei getötet, sieben weitere wurden verwundet, wie eine Militärsprecherin mitteilte.

Demnach zündeten die Taliban zuerst eine Lastwagenbombe vor dem Tor zum US-Stützpunkt, bevor sie diesen angriffen. Die US-Soldaten forderten schließlich Luftunterstützung an. Bei den Bombenangriffen wurden nach Militärangaben mindestens 30 Taliban getötet. Außerdem sei ein kanadischer Isaf-Soldat ums Leben gekommen.

Der Angriff, an dem rund hundert Taliban beteiligt gewesen sein sollen, ereignete sich in der Nähe der Grenze zu Pakistan - also einige hundert Kilometer entfernt von der Großoffensive der US-Truppen gegen die Taliban im Süden des Landes. Beobachtern zufolge zeigte die Attacke, dass die Taliban durchaus in der Lage sind, den US-Truppen mit gezielten und gut vorbereiteten Angriffen Schaden zuzufügen.

Unter anderem deshalb hat US-Präsident Barack Obama auch eine Verstärkung der in Afghanistan stationierten Truppen um 21.000 Mann angeordnet. Bis Jahresende sollen dann 68.000 US-Soldaten in Afghanistan seit. Das sind doppelt so viele wie noch 2008, aber gerade einmal halb so viele wie derzeit im Irak.

Im Rahmen der größten US-Militäroperation in Afghanistan seit der Invasion 2001 waren am Donnerstag 4.000 Marineinfanteristen in die Provinz Helmand eingerückt. Ziel war es, den radikalislamischen Aufständischen vor der Präsidentenwahl am 20. August einen schweren Schlag zu versetzen. In der ebenfalls im Süden gelegenen Provinz Kandahar wurden sieben Polizisten bei der Explosion einer Bombe getötet, wie die Behörden am Samstag mitteilten.

CDU-Außenpolitiker gegen Abzug der Bundeswehr

Der Vorsitzende des Auswärtigen Bundestagsausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), hat massive Kritik an der nun auch in der Union aufflammenden Debatte über einen baldigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan geübt. Polenz sagte der "Bild"-Zeitung, unmittelbar nach dem Anschlag mit drei toten deutschen Soldaten sei die Debatte verhängnisvoll. Der CDU-Politiker betonte: "Sie stärkt die Taliban, die durch Anschläge die deutsche Politik beeinflussen wollen."

Die Diskussion erhöhe die Gefahr für die deutschen Soldaten in Afghanistan, beklagte Polenz und setzte hinzu: "Es darf deshalb keine Zweifel an unserer Festigkeit geben."

Nach Politikern von Linken und Grünen hatte am Freitag überraschend auch CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl einen baldigen Bundeswehrabzug gefordert. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hatte zuvor bereits eine Rückzugsstrategie für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan verlangt.

SPD kritisiert Jungs Prognosen zum Bundeswehr-Einsatz

Führende SPD-Politiker haben die Prognose von Verteidigungsminister Franz Josef Jung kritisiert, dass die Bundeswehr in Afghanistan noch fünf bis zehn Jahre bleiben wird. "Die Festlegung von Herrn Minister Jung ist absolut riskant. Solche Zahlen vermitteln einen falschen Eindruck", sagte Rainer Arnold, der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt am Sonntag".

Der falsche Eindruck entsteht laut Arnold in zweierlei Hinsicht: "Der zivile Aufbau dauert viel länger als bis zu ein Jahrzehnt, wahrscheinlich mehrere Generationen. Den militärischen Einsatz hält die Staatengemeinschaft, selbst die USA mit ihrem verstärkten Engagement keine zehn Jahre mehr durch." Arnold hält in Afghanistan eine Trendwende "in zwei bis drei Jahren" für nötig. "Sonst wird der Einsatz in Afghanistan immer schwieriger", sagte Arnold.

Kritik an Jung kommt auch vom außenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen. "Mit solchen Zeithorizonten zu operieren, halte ich für unklug. Herr Jung erzeugt damit einen großen Erwartungsdruck", sagte Weisskirchen der Zeitung. Die Erfüllung der vorgegebenen Kriterien bestimme der Moment, "ab wann sich Deutschland militärisch Schritt für Schritt zurückziehen kann". Das wird laut Weisskirchen dann der Fall sein, "wenn die afghanische Armee und Polizei die Sicherheit im eigenen Land selbst gewährleisten können".

Quelle: AFP

 
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