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Tödliche Schüsse in Dublin
Drei Männer stürmen Hotellobby und eröffnen das Feuer

Dublin: Drei Männer stürmen Hotellobby und eröffnen das Feuer
Das Gebiet um das Regency-Hotel in Dublin wurde großräumig abgesperrt. FOTO: ap
Dublin. Tote und Verletzte in Dublin: Drei verkleidete Männer stürmten die Lobby des Regency Hotel. Ein Mensch kam demnach ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Offenbar ging es um einen Bandenkrieg in der irischen Unterwelt. 

Es war das blutige Ende eines Box-Events: Beim traditionellen Wiegen der Kontrahenten vor dem Kampf stürmten am Freitag drei bewaffnete Männer den Saal in einem Dubliner Hotel und schossen um sich. Ein Fan wurde tödlich getroffen, zwei Zuschauer in ernstem Zustand in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit.

Augenzeugen berichteten, zwei Angreifer seien als Polizisten und einer als Frau verkleidet gewesen.

Das Wiegen fand vor dem Kampf um den vakanten WBO-Europameistertitel im Leichtgewicht statt. Einer der Titelaspiranten war Jamie Kavanagh.
Der Veranstalter, der irische Kabelfernsehsender BoxNation, sagte die beiden für Samstag geplanten Kämpfe ab.

Die drei Angreifer stürmten den Saal und feuerten mit Pistolen und, wie ein Augenzeuge sagte, mindestens einem Sturmgewehr um sich. Chaos brach aus, die Menschen flohen in Panik. Der Präsident des irischen Boxverbands, Mel Christle, sagte, die ersten Schüsse seien bei der letzten Wiegezeremonie gefallen. Er habe einen als Frau verkleideten Angreifer gesehen, der durch die Menge im Saal geflohen sei, und zwei als Polizisten verkleidete Schützen, die in der Lobby um sich geschossen hätten.

Christle erlebte den Angriff auf dem Podium in dem Konferenzsaal.
Mehr als 200 Zuschauer seien darin gewesen, darunter viele Familienangehörige der Boxer. Nach seinem Eindruck nahmen die Täter bewusst bestimmte Personen ins Visier. "Ich habe keinen Zweifel - das war nicht wahllos", sagte er in einem Telefoninterview. Der Erschossene sei von Kugeln durchsiebt gewesen, fügte er hinzu.

Die Polizei teilte mit, der getötete Mann und die beiden Verletzten schienen derselben Gruppe anzugehören. Zwei Ermittler sagten der Nachrichtenagentur AP, ein Motiv für den Überfall sei noch nicht zu erkennen. Sie wiesen aber dennoch auf einen tödlichen Bandenkrieg in der Dubliner Unterwelt als eine Möglichkeit hin.

Jamie Kavanaghs Vater Gerard und Onkel Paul gehörten einem Rauschgiftkartell an. Gerard Kavanagh wurde 2014 in Spanien erschossen, Paul Kavanagh im März 2015 in Dublin. Sie waren mutmaßliche Geldeintreiber des Kokainrings von Christy Kinahan, der von Spanien aus operiert. Diese Bande befindet sich seit Jahren in einer bitteren Fehde mit der im Westen Dublins ansässigen Chondalkin-Gang.

Wo die Angreifer abgeblieben sind, blieb unklar. 

(pst/ap)
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