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Wegen Lese- und Schreibschwäche
Zu hohe Steuern bezahlt – Gemeinde schenkt Hilfsarbeiter 250.000 Franken

Steuererklärungen: Die elf häufigsten Irrtümer
Steuererklärungen: Die elf häufigsten Irrtümer FOTO: Jens Schierenbeck, gms
Dürnten. Weil einem ihrer Bürger – ein an Legasthenie leidender Hilfsarbeiter – von der kantonalen Steuerbehörde zuviel Geld abgeknöpft wurde, beschlossen die Dürnter aus dem Kanton Zürich zur Wiedergutmachung eine Schenkung aus der Gemeindekasse. Der 41-Jährige bekommt 250.000 Franken (rund 239.000 Euro), wie Gemeinderatspräsident Hubert Rüegg am Mittwoch bestätigte.

Wegen seiner Lese- und Schreibschwäche hatte sich der Mann mit der Steuererklärung überfordert gefühlt. Dass er gar keine abgab, rächte sich: Das Finanzamt schätzte jahrelang sein Einkommen und die anfallenden Steuern. Der Mann zahlte widerspruchslos – wohl auch aus Scham über seine Legasthenie.

Wer aber in der Schweiz keine Steuererklärung abgibt und Zahlungsforderungen nicht widerspricht, wird automatisch auf immer höhere Summen veranlagt. Bis der Fall 2012 Aufsehen erregte, hatte der Hilfsarbeiter seit 1995 rund 280.000 Franken zu viel ans Finanzamt überweisen. Das sah sich nur zur Rückerstattung ab 2011 verpflichtet, eine exakte Summe wurde nicht genannt. Den großen "Rest" steuerte die Gemeinde aus dem Haushalt bei. Alle stimmberechtigten Dürnter hätten den Beschluss solidarisch mitgetragen, sagte der Gemeindepräsident.

(dpa)
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