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Erdbeben in Ecuador
Auch eine Deutsche unter den Opfern

Ecuador: Auch eine Deutsche ist unter den Erdbeben-Opfern
In Ecuador erschweren Nachbeben die Rettungsarbeiten. FOTO: dpa, mag pt
Quito. Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Ecuador steigt und steigt. Nach den jüngsten Angaben der Behörden liegt sie nun bei 570. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gibt es auch ein deutsches Opfer. Immer wieder kommt es zu Nachbeben. 

Insgesamt seien 13 Ausländer unter den Todesopfern identifiziert worden, teilte am Mittwochabend (Ortszeit) die ecuadorianische Staatsanwaltschaft mit. Unter ihnen befinde sich auch ein deutsches Opfer. "Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Toten auch eine deutsche Staatsangehörige ist", bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Die deutsche Botschaft in Quito stehe im engen Kontakt mit den Angehörigen und den Behörden vor Ort. Zu Alter und Herkunft der Frau gab es keine Angaben. Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft Ecuadors mitgeteilt, dass ein deutsches Opfer unter den Toten sei. 

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Mehr als 23 500 Menschen wurden inzwischen in Notunterkünften untergebracht, berichtete der Katastrophendienst SNGR. Bei dem Beben wurden 7015 Menschen verletzt. Nach 163 Vermissten werde weiterhin gesucht. Über 1000 Gebäude seien total zerstört worden.

Rafael Correa erwartet hohe Kosten

Staatschef Rafael Correa schätzte, dass der Wiederaufbau rund drei Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) kosten und Jahre dauern werde. Zur Finanzierung des Wiederaufbaus und der Unterstützung der Opfer beschloss die Regierung eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und verstärkte Beiträge der Einkommens- und Gewinnsteuern, wie die Nachrichtenagentur Andes am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete. Die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank stellten nach Angaben Correas 600 Millionen Dollar (530 Mio. Euro) unmittelbar zur Verfügung.

Über tausend Helfer, Feuerwehrleute und Ärzte aus 20 Länder beteiligen sich an den Rettungsarbeiten. Aus den Trümmern wurden bis Mittwoch 54 Überlebende gerettet. Eine Jugendliche konnte in Manta nach 60 Stunden unter Betonfragmenten lebend geborgen werden. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz: Für die Organisation Humedica, die medizinische Katastrophenhilfe anbietet, waren zunächst sieben Kräfte in der Krisenregion, darunter drei Ärzte.

Unicef warnt vor Seuchen

Die Nachbeben erschwerten die Arbeiten allerdings. Das Geophysische Institut Ecuadors registrierte am Mittwoch in kurzer Folge zwei Nachbeben der Stärke 6,2 vor der Küste des Andenlandes. Es wurden jedoch keine weiteren Schäden gemeldet. Insgesamt erschütterten nach Angaben des Instituts bis Mittwochnachmittag 568 Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas.

Die Trinkwasserversorgung sei trotz der kollabierten Wasserleitungen vorerst gesichert, erklärte Correa. Heereseinheiten verteilten Trinkwasser mit Tankwagen. Private Unternehmen liefern täglich mehr als eine halbe Million Wasserflaschen an die Notfallhelfer, wie die Zeitung "El Universo" berichtete.

Das Kinderhilfswerk Unicef warnte vor den von Mücken verbreiteten Krankheiten wie Zika, Dengue, Malaria und Chikungunya. Die bereits vor dem Erdbeben eingeleiteten Maßnahmen zur Mückenbekämpfung werden intensiv fortgeführt, erklärte die stellvertretende Gesundheitsministerin Verónica Espinosa.

(pst/dpa)
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