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Tsunami-Warnung aufgehoben: Ein Toter und 250 Verletzte bei Erdbeben in Japan

zuletzt aktualisiert: 20.03.2005 - 10:22

Tokio (rpo). Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat in Japan schwere Schäden und eine Tsunami-Warnung verursacht. Bei dem Erdstoß am Sonntag kam eine Bewohnerin der Stadt Fukuoka ums Leben, mindestens 250 Menschen wurden verletzt.

So stark, dass ein Seismograph sie registrieren würde, sind die  Erdbeben der Blindmäuse dann doch nicht. Für das körpereigene Echolot reicht es aber.  Foto: RPO
So stark, dass ein Seismograph sie registrieren würde, sind die Erdbeben der Blindmäuse dann doch nicht. Für das körpereigene Echolot reicht es aber. Foto: RPO

Die 75-jährige Frau wurde in der Stadt Fukuoka von einer einstürzenden Wand erschlagen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Mindestens 250 Menschen wurden verletzt. Der Erdstoß der Stärke 7,0 löste eine Tsunami-Warnung aus, die nach kurzer Zeit wieder aufgehoben wurde.

Das Zentrum des Bebens lag etwa 70 Kilometer vor der Küste der Insel Kyushu und nur neun Kilometer unter dem Meeresgrund. Es brachte nach Angaben der Behörden Wasser- und Gasleitungen zum Bersten und unterbrach die Stromversorgung. Ein automatisches Sicherheitssystem stoppte den Bahnverkehr.

Auf der Insel Genkai stürzten mehrere Häuser ein. Etwa 100 Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Die Verwaltungen mehrerer Dörfer forderten die Hilfe der Streitkräfte an, wie der Fernsehsender NHK berichtete. In der Stadt Fukuoka, rund 900 Kilometer südwestlich von Tokio, ordneten die Behörden die Evakuierung von Häusern an. In den Präfekturen Fukuoka, Saga und Nagasaki wurde vor Erdrutschen gewarnt.

Die meisten Menschen wurden in der Präfektur Fukuoka verletzt. Vielfach stürzten Schränke um, oder Gegenstände aus Glas gingen zu Bruch, so dass es zu Schnittverletzungen kam. In der Stadt Okawa brach sich ein 56-jähriger Mann die Beine, als er nach dem Bericht des Senders NHK aus dem zweiten Stock seines Hauses sprang.

Minuten nach dem Erdstoß um 10.53 Uhr Ortszeit (02.53 Uhr MEZ) löste der Erdstoß eine Tsunami-Warnung aus - also die Warnung vor einem Seebeben, wie es am 26. Dezember vergangenen Jahres die Küsten von Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand heimgesucht hatte. Die Bevölkerung niedrig gelegener Küstengebiete wurde aufgerufen, sich ins Landesinnere zu begeben. Innerhalb einer Stunde wurde die Warnung wieder aufgehoben.

Dutzende von Nachbeben folgten dem ersten Erdstoß. Einige von ihnen erreichten eine Magnitude von 4,2. "Wir erwarten, dass die Nachbeben noch andauern", sagte Masahiro Yamamoto vom staatlichen Wetterdienst.

Das Beben war bis nach Südkorea zu spüren. In der Hafenstadt Busan brachte es Gebäude ins Schwanken, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Am 23. Oktober vergangenen Jahres waren bei einem Erdstoß der Stärke 6,8 rund 40 Bewohner von Niigata ums Leben gekommen. Dieses Beben war das schwerste in Japan seit der Katastrophe von 1995 in der westjapanischen Stadt Kobe, als nach einem Erdstoß der Stärke 7,3 mehr als 6.400 Menschen ihr Leben verloren. Japan liegt auf mehreren tektonischen Platten, deren Verschiebungen immer wieder zu Erdbeben führen. Zugleich gehört Japan auch zu denjenigen Ländern der Welt, die die intensivsten Vorkehrungen gegen ein Erdbeben getroffen haben.

Quelle: ap

 
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