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Chemieunfall
Erneut Explosionen in China

Explosion in Tianjin hinterlässt riesigen Krater
Explosion in Tianjin hinterlässt riesigen Krater FOTO: dpa, hy sh
Shandong. Eine Woche nach dem verheerenden Unglück in einem Gefahrgutlager in Tianjin kam es am Samstag in einer Chemiefabrik in Shandong  zu einer neuen Explosion. Die Erschütterungen sollen fünf Kilometer weit spürbar gewesen sein.

 Mehr als eine Woche nach der Katastrophe in einem Gefahrgutlager im Hafen der nordchinesischen Stadt Tianjin ist es am Samstag in China zu einem neuen Unglück mit Chemikalien gekommen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erschütterte eine Explosion eine Chemiefabrik im Kreis Huantai in der ostchinesischen Provinz Shandong. Es sei ein Feuer ausgebrochen.

Wie die "Volkszeitung" auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichtete, habe die Explosion die Gegend in einem Umkreis von fünf Kilometern erschüttert. In nur einem Kilometer sei eine Wohnsiedlung. Drei Stunden nach der Explosion berichtete die Nachrichtenagentur China News Service, der Brand sei "unter Kontrolle". 17 Feuerwehrwagen seien im Einsatz. Es gebe keine Hinweise auf Opfer. Sechs Menschen seien eingeschlossen gewesen, aber gerettet worden.

Feuerwehr nach zweiter Explosion in Tianjin im Einsatz FOTO: dpa, wh sh

Die Ursache der Explosion werde untersucht, hieß es. Ob giftige Stoffe ausgetreten sind, war zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, es habe einen großen Feuerball und zwei laute Detonationen gegeben. Die Fabrik sei gerade erst in Betrieb genommen worden. Im einem nahegelegenen Dorf sei der Strom nach der Explosion ausgefallen.

Das neue Unglück passierte zehn Tage nach dem schweren Explosionsunglück in Tianjin, wo die Zahl der Toten bis Samstag auf mindestens 121 gestiegen war. Weitere 54 wurden noch vermisst, wie die Staatsagentur Xinhua meldete. Rund 640 Menschen würden zudem noch in Krankenhäusern behandelt, davon befänden sich 48 in kritischem Zustand.

Am 12. August war es in dem Hafenlager mit gefährlichen Chemikalien nach einem Brand zu heftigen Explosionen gekommen, die in einem weiten Umkreis Verwüstungen anrichteten. Als Reaktion waren landesweit Inspektionen von Unternehmen angeordnet worden, die mit Chemikalien und Explosivstoffen umgehen.

Offenbar sind Probleme weit verbreitet. Allein in der Hauptstadt Peking wurden bei 85 von 124 untersuchten Unternehmen, die mit giftigen oder explosiven Chemikalien umgehen, Gefahren entdeckt, wie Xinhua schrieb.

(dpa)
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