Zweites getötetes Tier in Island: Eisbär schwamm hunderte Kilometer und wurde dann erschossen
zuletzt aktualisiert: 18.06.2008 - 17:26Reykjavik (RPO). Hunderte Kilometer war ein Eisbär vom Nordpol aus durchs Meer geschwommen und schließlich in Island gestrandet. Dort wurde er dann von ängstlichen Polizisten erschossen. Das ist bereits der zweite Fall innerhalb weniger Wochen in dem Inselstaat.
Nach Angaben des Sprechers des Kopenhagener Zoos, Bengt Holst, hatte zuvor ein Tierarzt versucht, sich dem Tier mit einem Betäubungsgewehr zu nähern, um es lebend zu fangen. "Aber dann begann der Bär zu rennen", sagte Holst.
Die Polizei habe daraufhin Angst gehabt, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. "Also wurde er abgeschossen. Ende der Geschichte", sagte Holst. Dies sei wegen der Gefahr für die Bevölkerung die richtige Entscheidung gewesen.
Die vom Aussterben bedrohten Eisbären leben normalerweise nicht auf der Insel im Norden Europas, sondern nur in der Arktis. Möglicherweise erleichterten die abschmelzenden Gletscher und dadurch umhertreibende Eisschollen am Nordpol die Reise des Eisbären nach Island.
Bereits vor zwei Wochen war ein Bär über den Meerweg dorthin gelangt und anschließend von den Behörden getötet worden. Nach Angaben von US-Wissenschaftlern werden zwei Drittel der derzeitigen Eisbärenpopulation bis 2050 verschwunden sein, weil mit der Erderwärmung ihr Lebensraum verschwindet.
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