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Spanische Weihnachtslotterie "El Gordo"
Roquetas de Mar im Freudentaumel

 "El Gordo": Roquetas de Mar im Freudentaumel
Die Menschen in Roquetas de Mar können ihr Glück kaum fassen. Pro Los gab es vier Millionen Euro. FOTO: ap
Roquetas de Mar. Die Weihnachtslotterie "El Gordo" hat auch in diesem Jahr wieder vielen Spaniern einen Geldsegen beschert. Besonders viel Glück hatten diesmal die Einwohner von Roquetas de Mar in Almería: Alle Hauptgewinne wurden in einem einzigen Kiosk der 90.000-Einwohner-Stadt verkauft. 

Das üblicherweise verkaufte Zehntel-Los bringt dabei 400.000 Euro, ein ganzes Los vier Millionen Euro. Bei der Ziehung im Opernhaus Teatro Real in Madrid wurden am Dienstag Gewinne von insgesamt 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Bei der im spanischen Fernsehen live übertragenen Ziehungen wurden erst die niedrigen Preise verkündet, bis dann schließlich die Gewinnnummer von "El Gordo - Dem Fetten" bekannt gegeben wurde. Schulkinder sangen die Ziffern 79140 und sorgten damit für Begeisterungsstürme in Roquetas de Mar. Vor dem Kiosk versammelten sich mehrere glückliche Gewinner und köpften eine Flasche Sekt. "Ich bin sehr glücklich und gratuliere allen Gewinnern", sagte Bürgermeister Gabriel Amat der Zeitung "Voz de Almería". Die Provinz hat mit einer Arbeitslosenquote von 31 Prozent eine der höchsten in ganz Spanien.

Traditionell kaufen sich die Spanier bei der Lotterie Zehntel-Lose für 20 Euro oder legen mit Familienmitgliedern oder Kollegen zusammen, um ganze Lose für 200 Euro oder gleich mehrere Scheine zu kaufen. Für "El Gordo" erhalten 1600 Besitzer von Zehntel-Losen je 400.000 Euro. Aber auch viele andere zählen zu den Gewinnern, insgesamt werden 24 Millionen Gewinne ausgeschüttet.

Obwohl andere Lotterien größere Einzelpreise versprechen, gilt der seit mehr als 200 Jahren ausgespielte "El Gordo" wegen der hohen Gesamtsumme als größtes Glücksspiel der Welt. In diesem Jahr wurden nach Angaben der Veranstalter Lose im Wert von 2,5 Milliarden Euro verkauft. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Üblicherweise sind die Hauptgewinne auf mehrere Verkaufsstellen verteilt. Davon, dass es diesmal nur die eine in Roquetas de Mar war, profitierten auch Schulkinder aus dem benachbarten Laujar de Andarax mit seinen gerade einmal 1600 Einwohnern. Sie kauften fast die Hälfte aller Lose und verkauften sie an Verwandte und Nachbarn weiter, um Geld für einen Schulausflug zu sammeln. "Fast jeder hat ein Los oder einen Teil", sagte die Bürgermeisterin von Laujar de Andarax, Almudena Morales, der Nachrichtenagentur Europa Press. "Sie sind zu Arbeitern gegangen, die es wirklich brauchten. Und außerdem wurden die Lose von Kindern verteilt."

Der Betreiber des Lotterie-Ladens in Roquetas de Mar kaufte selbst keines seiner Lose. Er sei aber froh, dass er so vielen Leuten einen Gewinn beschert habe, sagte José Martín dem spanischen Fernsehen.
"Ich bin sehr glücklich, weil es so gut verteilt ist, vor allem unter Arbeitern."

(ap)
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