Proteste gegen Teilnahme von David Irving: Elite-Uni Oxford lädt Holocaust-Leugner ein
zuletzt aktualisiert: 26.11.2007 - 08:19London (RPO). Der Debattierclub der britischen Traditions-Universität von Oxford hat Holocaust-Leugner David Irving zum Meinungsaustausch eingeladen. Heftige Kritik ist die Folge: Irving hätte niemals eingeladen werden dürfen, sagen Mitglieder der Renommier-Uni. Der Debattierclub zeigt sich uneinsichtig.
"Dies ist keine Frage der Redefreiheit, das ist eine jugendliche Provokation", sagte der Vorsitzende der Kommission für Gleichberechtigung und Menschenrechte, Trevor Phillips. Der Debattierclub Oxford Union kündigte an, man wolle an der für Montag geplanten Veranstaltung festhalten.
Neben Irving wurde auch der Vorsitzende der rechtsgerichteten Nationalen Partei (BNP), Nick Griffin, eingeladen. Der britische Verteidigungsminister Des Browne und mindestens drei weitere Abgeordnete sagten daraufhin in der vergangenen Woche ihre Teilnahme ab. Sie sollten nicht mitdiskutieren, sondern vor Beginn der Debatte sprechen.
Der Präsident der Studentenvereinigung von Oxford, Martin McCluskey, bezeichnete es als eine Schande, dass Irving und Griffin die gleiche Plattform geboten werde wie Mutter Theresa und dem Dalai Lama. Der Debattierclub erklärte dagegen, es sei von Bedeutung, Menschen mit verschiedenen Ansichten ein Podium zu bieten.
David Irving ist im Jahr 2006 in Österreich wegen Leugnen des Holocausts zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der britsische Historiker ließ damals verlauten, dass er die Existenz der Gaskammern inzwischen anerkenne. Er hat rund 30 Bücher mit gegenteiligem Inhalt geschrieben. Er vertrat darin unter anderem die These, dass die meisten Menschen in Konzentrationslagern nicht umgebracht worden, sondern an Krankheiten wie Typhus gestorben seien.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum