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"Otto war blind und taub"
Eltern von Otto Warmbier sprechen über Tod ihres Sohnes

Video: US-Student Otto Warmbier ist tot
Washington. Mehr als drei Monate ist es her, dass der US-Student Otto Warmbier nach seiner Haft in Nordkorea gestorben ist. Nun haben sich seine Eltern erstmals näher dazu geäußert – und werfen Nordkorea Folter vor.

Es war im Juni, als Nordkorea Otto Warmbier überraschend freiließ. Ein Jahr zuvor war der 22-jährige Student zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden, weil er ein Propaganda-Transparent gestohlen haben soll.

Warmbier traf mit schwersten Hirnverletzungen in den USA ein, starb nur wenige Tage später. Nordkorea dementierte, dass er gefoltert worden war. Seine Eltern aber sehen das anders. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News erzählen sie nun, wie sie ihren Sohn gesehen haben, als sie ihn am Flughafen in Empfang nahmen.

"Sie haben Otto entführt, sie haben ihn gefoltert, sie haben ihn verletzt", sagt sein Vater Fred Warmbier in dem Interview. Und er stelle sich mit seiner Frau nun vor die Kamera, um deutlich zu machen, dass das Regime in Nordkorea kein Opfer sei. Er stellt es vielmehr auf eine Stufe mit Terroristen.

Fred und Cindy Warmbier bei der Beerdigung ihres Sohnes im Juni. FOTO: ap, BW MTS

Warmbier berichtet, dass seine Frau und er, als sie die Stufen zum Flugzeug hochstiegen, heulende, unmenschliche Geräusche wahrgenommen hatten. Dann erst hätten sie festgestellt, dass ihr Sohn diese Geräusche von sich gab. Der Student habe einen rasierten Kopf und einen Tubus zur Ernährung im Mund gehabt. Er habe in die Luft gestarrt und immer wieder gezuckt, berichten die Eltern.

"Er war blind und taub", sagt Fred Warmbier. Es habe so ausgesehen, als habe ihm jemand die Zähne aus dem Unterkiefer herausgebrochen. Cindy Warmbier, die Mutter, ergänzt: "Sie haben ihn zerstört."

(das)
 
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