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Maddie-Bilder auf Schokoladen-Packung: Empörung über deutsches Satire-Magazin

zuletzt aktualisiert: 01.11.2007 - 15:34

London/Frankfurt (RPO). In Großbritannien herrscht Empörung über die deutsche Satire-Zeitschrift "Titanic": Eine fingierte Anzeige mit dem Porträt der verschwundenen Maddie McCann sei "extrem verletzend und nicht witzig", sagte ein Sprecher der Eltern des Mädchens, Clarence Mitchell.

Die "Titanic" hat in ihrer jüngsten Ausgabe eine Doppelseite im Layout einer Supermarktanzeige veröffentlicht. Unter der Überschrift: "Find Maddie - in Ihrem Supermarkt ist eine Maddie versteckt" bildete die Zeitschrift vier Produkte ab, die sie mit dem Bild der vermissten Vierjährigen versah - darunter ein Würzmittel und ein Haushaltsreiniger.

Zu dem Haushaltsreiniger heißt es in der Zeitschrift, dieser verwische alle Spuren im Haushalt. Da habe der "DNA-Test keine Chance". Aus der "Maggi"-Flasche wird darin die "Maddie-Würze". In der Anzeige heißt es zudem: "Hier kommt Maddie! Sie ist das bekannteste Gesicht der Welt - wenn nicht des ganzen Universums! Auf ausgewählten Produkten unseres Sortiments befindet sich ihr Portrait. Wer sie findet, darf sie einfach mitnehmen - und bezahlt nur die Hälfte."

Der Sprecher der McCanns sagte, die fingierte Anzeige sei nicht nur verletzend, sondern Madeleine gegenüber respektlos. Die Anwälte der Familie nähmen das Magazin jetzt in Augenschein und prüften rechtliche Schritte gegen die Zeitschrift.

Chefredakteur Martin Sonneborn sagte der AP, die Anzeige mit dem "bekanntesten Gesicht des Universums" sei die logische Folge von Maddies Berühmtheit. Das einzig Unverantwortliche sei die Aktion eines britischen Reporters, der ihren Eltern die "Titanic"-Doppelseite vor die Nase gehalten habe.

Ansonsten teile er die Kritik der Familie: "Selbstverständlich ist die Anzeige krank und verletzend. Die ganze "Titanic" ist krank und verletzend", sagte Sonneborn. Weshalb die Anzeige aber "nicht witzig" sein solle, verstehe er nicht: "Ich finde die sehr witzig."

Sonneborn meinte, die britischen "Satireblätter" "Sun" und "Daily Star" seien empört darüber, dass ihnen die "Titanic" einen Witz vor der Nase weggeschnappt habe: "Daher nun diese Reaktion."

Gerry McCann kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück

Unterdessen kehrte der Vater der kleinen Maddie am Donnerstag an seinen Arbeitsplatz zurück. Gerry McCann erklärte, er werde zunächst drei Mal in der Woche halbtags wieder im Glenfield Hospital als Kardiologe arbeiten.

Gerry McCann und seine Ehefrau Kate haben eine Medienkampagne gestartet, um Madeleine zu finden, die wenige Tage vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage in Portugal verschwand. Die portugiesische Polizei stufte die Eltern als Verdächtige ein. Diese bestreiten vehement jede Verwicklung in das Verschwinden ihrer Tochter. Gerry McCann sagte vor Journalisten, das Paar habe die notwendigen Strukturen geschaffen, um Madeleine zu finden.

Quelle: afp

 
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