| 18.21 Uhr

Ermittlungen in Frankreich
Entführer erbeuten für Geldboten-Tochter bis zu 26 Millionen Euro

Entführung in Lyon: Tochter von Geldboten gegen Lösegeld freigelassen
Im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz wurde die Tochter eines Geldboten entführt. (Symbolbild) FOTO: dpa, abu
Lyon. Es klingt wie im Film: Falsche Klempner entführen die Tochter eines Geldboten und fordern Lösegeld. Erst nach der Übergabe des gesamten Geldtransporter-Inhalts wird die Frau wieder freigelassen. Das ist das Szenario, das sich im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz ereignet haben soll.

Von Seiten der Ermittler in Lyon hieß es am Freitag, viele Details des Falles seien noch ungeklärt. Das Lösegeld soll 20 bis 30 Millionen Schweizer Franken (17 bis 26 Millionen Euro) betragen.

Die 22-Jährige wurde am Donnerstagabend um 21.40 Uhr von der französischen Polizei am Rand einer Straße der Gemeinde Tramoyes östlich von Lyon aufgefunden. Sie stand unter Schock und erzählte den Beamten, sie sei von zwei Männern aus ihrer Studentenwohnung in Lyon entführt worden, die sich als Klempner ausgegeben hätten.

"Keinen Grund, an den Angaben zu zweifeln"

Mutmaßliche Komplizen der Entführer setzten sich dann laut Polizeikreisen mit dem Vater der jungen Frau in Verbindung, der im französischen Annemasse östlich von Genf lebt. Nach Informationen des Radiosenders Europe 1 war dieser gerade im Auftrag einer Schweizer Firma mit einem Geldtransporter unterwegs.

Der Vater habe eingewilligt, das gesamte Geld in dem Wagen als Lösegeld für seine Tochter zu zahlen, hieß es von der Polizei weiter. Dafür sei er auf einen Parkplatz im Schweizer Kanton Waadt gefahren, wo die Kriminellen die Beute an sich genommen hätten. Die Studentin wurde daraufhin freigelassen.

Der jungen Frau gehe es den Umständen entsprechend gut, berichteten die Ermittler. "Wir haben keinen Grund, an ihren Angaben zu zweifeln." Die Justiz geht demnach davon aus, dass es sich um einen Fall organisierter Kriminalität handelt. "Die Ermittlungen haben jedoch gerade erst begonnen und werden einige Zeit dauern", hieß es.

(gaa/AFP)
 
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