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Kleiner Tsunami ausgelöst
Zwei Tote und 120 Verletzte nach Seebeben vor Kos

Video: Zwei Tote und 120 Verletzte nach Seebeben vor Kos
Athen/Kos. Erneut trifft ein starkes Erdbeben die Ägäis. Auf der Ferieninsel Kos kommen zwei Menschen ums Leben, Dutzende werden verletzt. Im Hafen schwappen Tsunami-Wellen über die Kaimauern.

Ein starkes Erdbeben hat am frühen Freitagmorgen die Ägäis erschüttert. Bei dem Beben, das die Südküste der Türkei und vor allem die griechische Insel Kos traf, kamen ein Türke und ein Schwede ums Leben. Das sagte der leitende Feuerwehrmitarbeiter Stephanos Kolokouris einem staatlichen Fernsehsender. Die beiden Männer seien identifiziert worden, sagte er, nannte aber keine weiteren Details.

Die beiden Touristen seien gestorben, nachdem eine Mauer auf eine Bar in der Altstadt bei dem wichtigsten Hafen der Insel gefallen sei, sagte Kolokouris. Einer von fünf Schwerverletzten sei als Grieche identifiziert worden.

Mehr als 120 Menschen seien nach Behördenangaben verletzt worden. Der Yachthafen der gleichnamigen Inselhauptstadt Kos wurde von einer kleinen Tsunami-Welle getroffen. Laut dem Bürgermeister von Kos, Giorgos Kyritsis, erlitten mehrere Gebäude Schäden. Viele Touristen verbrachten die Nacht auf der Straße.

Keine erdbebensicheren Gebäude

Die beschädigten Gebäude seien größtenteils älter und vor der Zeit gebaut worden, als Standards für erdbebensichere Häuser eingeführt wurden, sagte Kyritsis im Staatsradio. Das Beben traf nach ersten Erkenntnissen hauptsächlich die gleichnamige Hauptstadt der Insel Kos. Auch die alte Moschee und bekannte Johanniterfestung aus dem 14. Jahrhundert am Hafen der Insel wurden beschädigt.

So sieht es am Tag nach dem Seebeben auf Kos aus FOTO: afp, OZN

In der Altstadt der Inselhauptstadt Kos lagen heruntergefallene Ziegelsteine und auch kleinere Schäden wie Sprünge in Hauswänden oder kaputte Fenster waren zu sehen. In der Altstadt befinden sich Bars und Restaurants.

Erdstoß mit Stärke 6,7

Der Erdstoß, der auch die türkische Stadt Bodrum traf, habe eine Stärke von 6,7 gehabt, hatte das US-Institut U.S. Geological Survey zuvor mitgeteilt. Griechische Behörden verzeichneten die Stärke des Bebens auf 6,5.

Die Küstenwache von Kos teilte mit, dass der Hafen der Insel beschädigt wurde und dass eine Fähre, die dort eigentlich anlegen sollte, ihre Route ändern werde. Die Feuerwehr der Insel gab unabhängig davon bekannt, dass drei Menschen aus Geröll gerettet wurden. Das Erdbeben ereignete sich gegen 01.30 Uhr (Ortszeit). Ein Mitarbeiter der Regionalregierung auf Kos, Giorgos Halkidios, sagte, ein älteres Gebäude sei eingestürzt und habe dabei mehrere Menschen verletzt.

Keine Toten in Türkei

Nach Angaben türkischer Katastrophen-Behörden hatte das Beben dort eine Stärke von 6,3, zudem seien mehr als 20 Nachbeben verzeichnet worden. Die Gouverneurin der Küstenprovinz Mugla, Esengül Civelek, sagte, dass es dort nach ersten Erkenntnissen keine Toten gegeben habe. Es habe kleinere Verletzungen gegeben, nachdem Angst und Panik ausgebrochen war, sagte Civelek.

In Bitez, einem Ferienort rund sechs Kilometer westlich von Bodrum, liefen Anwohner verängstigt auf die Straßen. Hotelgäste kehrten kurz in ihre Zimmer zurück, um Habseligkeiten zu holen. Viele verbrachten die Nacht aber auf der Straße.

Nacht auf der Straße verbracht

Auch auf Kos schliefen Gäste außerhalb ihrer Hotels. Einer 20-jährigen Britin berichtete, das Beben habe sie, ihre Mutter und ihre Schwester im Schlaf überrascht. Das Hotel sei evakuiert worden, überall hätte zersprungenes Glas gelegen. Nach den Hauptbeben seien sie kurz in das Hotel zurück, um ihre Pässe zu holen. Sie hätten das Gebäude aber schnell wieder verlassen, da es noch ein Nachbeben gegeben habe.

In Griechenland und der Türkei kommt es häufiger zu Erdbeben. Nach Angaben des USGS ereignete sich das Erdbeben in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, etwa zehn Kilometer südlich von Bodrum und 16 Kilometer von Kos entfernt. Die Türkei und Griechenland liegen auf aktiven Bruchlinien. Im Jahr 1999 hatten zwei zerstörerische Erdbeben den Nordwesten der Türkei heimgesucht. Rund 18 000 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

(dpa/ap/sbl)
 
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