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Hunderte Tote in Ecuador
Die Bilanz des Bebens ist verheerend

Schlimmstes Erdbeben seit 1979 erschüttert Ecuador
Schlimmstes Erdbeben seit 1979 erschüttert Ecuador FOTO: afp
Quito. Zerstörte Städte, Hunderte Tote und Verletzte: Die Zahl der Opfer des schlimmsten Bebens seit 1979 in Ecuador ist über Nacht noch weiter gestiegen. Häftlinge brachen aus einem Gefängnis aus. Aus vielen Regionen gab es Bilder von schweren Verwüstungen. 

Dem heftigen Erdbeben in Ecuador sind Hunderte Menschen zum Opfer gefallen. Mindestens 246 Menschen starben, mindestens 2527 weitere wurden verletzt, wie Vizepräsident Jorge Glas in einer vorläufigen Bilanz am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Auch am Tag danach waren die Folgen der Katastrophe noch schwer abzuschätzen. Das südamerikanische Land war am Wochenende von einem Beben der Stärke 7,8 heimgesucht worden. Die Erdstöße im Westen Ecuadors waren nach Regierungsangaben die schlimmsten seit 37 Jahren.

Hunderte gelten noch als vermisst

Die Rettungsarbeiten dauerten an. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern, Hunderte Menschen galten noch als vermisst. Staatschef Rafael Correa und Vizepräsident Glas reisten am Sonntag in die betroffenen Küstenregionen. Das Epizentrum des Bebens lag in der Provinz Esmeraldas. Auch die angrenzende Provinz Manabí erlitt schwere Schäden. Nach Angaben der Katastrophenbehörde SGR gab es mehr als 150 Nachbeben.

Im Ort Portoviejo in Manabí nutzten mehr als 100 Häftlinge die Lage, um aus dem beschädigten örtlichen Gefängnis auszubrechen, wie Justizministerin Ledy Zuñiga im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Etwa 30 seien danach wieder gefasst worden, andere seien freiwillig zurückgekehrt. Tausende Sicherheitskräfte waren in den Stunden nach dem Unglück in das Katastrophengebiet entsendet worden, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Ausnahmezustand in sechs Provinzen

Aus vielen Regionen gab es Bilder von schweren Verwüstungen. Einem Bericht der Zeitung "El Comercio" zufolge war der Ort Pedernales in Manabí weitgehend zerstört. Viele Menschen suchten nach verschwundenen Angehörigen unter den Trümmern, hieß es. Länder aus der Region wie Mexiko, Kolumbien und Venezuela schickten Helfer in das Katastrophengebiet.

In sechs Provinzen Ecuadors galt am Sonntag der Ausnahmezustand. Am Montag sollten nach Angaben der Zeitung "El Telégrafo" die Schulen in vielen Provinzen geschlossen bleiben. Das Beben war unter anderem in der Hauptstadt Quito im Landesinneren zu spüren. Auch aus der Hafenmetropole Guayaquil wurden Tote und Schäden gemeldet.

Ecuador gilt als besonders anfällig für Naturkatastrophen. Das Land liegt geografisch am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel Hunderter aktiver Vulkane. Er ist etwa 40 000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben.

(pst/dpa)
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