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Polen ruft EU-Staaten zu Spenden auf: Erhalt der Auschwitz-Gedenkstätte in Gefahr

zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 - 20:16

Brüssel (RPO). Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski hat die EU-Staaten aufgefordert, einen Fonds für den Erhalt der Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu unterstützen. Er habe die anderen EU-Außenminister aufgerufen, für eine entsprechende Stiftung zu spenden.

Dies sagte Sikorski am Montagabend am Rande des EU-Außenrats in Brüssel. Sollten in dem Spendenfonds 120 Millionen Euro zusammenkommen, könnten jedes Jahr sechs bis sieben Millionen Euro für den Erhalt der Anlagen des Nazi-Konzentationslagers im Süden Polens ausgeben werden.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager müsse für kommende Generationen erhalten werden, sagte Sikorski. Dies sei besonders wichtig, da die Generation der Zeitzeugen nach und nach verschwinde und der Holocaust von den "Führern einiger Länder und sogar religiösen Verantwortlichen" in Zweifel gezogen werde.

Das Museum des KZ in Auschwitz-Birkenau teilte Anfang des Monats mit, für den Erhalt der Gedenkstätte vier Millionen Euro aus einem europäischen Programm zur Rettung von Kulturerbe erhalten zu haben. Die Summe soll zur Instandsetzung von zwei Backstein- sowie fünf Holzbaracken genutzt werden. Die Gedenkstätte hatte jüngst finanzielle Schwierigkeiten bekannt gegeben und zur Gründung des Spendenfonds in Höhe von rund 100 Millionen Euro aufgerufen.

Bislang verfügt das Museum nur über ein jährliches Budget von umgerechnet rund vier Millionen Euro. Die Hälfte davon bringt weitgehend die polnische Regierung auf, während der Rest aus den Einnahmen der Gedenkstätte bestritten wird. Die Museumsanlage erstreckt sich über 200 Hektar und umfasst 155 Gebäude sowie 300 Ruinen. Im vergangenen Jahr kamen rund 1,13 Millionen Besucher nach Auschwitz. Die Nazis ermordeten dort zwischen 1940 und 1945 rund 1,1 Millionen Menschen.

Quelle: AFP

 
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