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Flug 9268
Absturzopfer nach Russland gebracht - Identifizierung beginnt

Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote
Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote FOTO: afp, KD/EIS
Kairo/Moskau . Mit einem Lichtermeer gedachten die St. Petersburger den 224 Toten bei dem schwersten Unglück in ihrer Luftfahrtgeschichte. Die ersten Opfer wurden nach Russland gebracht. Dort sollen sie identifiziert werden. 

Nach dem Absturz eines russischen Ferienfliegers in Ägypten beginnt am Montag die Identifizierung eines Teils der 224 Opfer in St. Petersburg. Ein Flugzeug mit den sterblichen Überresten von 144 Insassen der Unglücksmaschine landete am frühen Montagmorgen in St. Petersburg. Dies berichtete der russische TV-Sender RT.

Am Samstag war ein Airbus der sibirischen Fluggesellschaft Kolavia mit russischen Urlaubern an Bord kurz nach dem Start in dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich in der felsigen Wüstenregion der Sinai-Halbinsel zerschellt. Niemand überlebte das Unglück.

Die Unfallursache des bislang schwersten Flugzeugunglücks dieses Jahres blieb zunächst unklar. Nach Einschätzung Moskauer Behörden sei die Maschine vermutlich schon in der Luft zerbrochen. "Die Zerstörung ist in der Luft geschehen", sagte Viktor Sorotschenko von der Untersuchungskommission am Sonntag. Aber es sei zu früh weitere Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Trümmer des Airbus A321 seien auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern verstreut, ergänzte er russischen Agenturen zufolge.

Die Vereinigung Cockpit (VC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, gegenwärtig könne keine Ursache ausgeschlossen werden. Das wahrscheinlichste Szenario sei wohl aber ein Unfall, bedingt durch menschliches oder technisches Versagen, meinte Sprecher Jörg Handwerg.

Auf dem zentralen St. Petersburger Platz hatten am Sonntagabend mehrere Tausend Menschen der Getöteten gedacht. Vor dem historischen Winterpalast stiegen am Sonntag 224 weiße Ballons für die Opfer in den Himmel, viele legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Trotz des Regens waren auch viele Familien gekommen. Auch auf dem Flughafen in der Stadt erinnerte ein Meer roter Nelken und Teddybären an das Unglück.

Die russischen Behörden hatten die Staatstrauer bis Dienstag ausgedehnt. Fernsehstationen und Radiosender wollten weitgehend auf Unterhaltungssendungen verzichten. Die orthodoxe Kirche sowie Moscheen und Synagogen haben Gottesdienste organisiert. Behörden sagten Festveranstaltungen ab. Auf dem St. Petersburger Airport richtete das Katastrophenschutzministerium einen Krisenstab ein. Etwa 100 Angehörige würden von Psychologen und Ärzte betreuet.

Zur Identifizierung der Opfer, die schon am Montag beginnen soll, nahmen die russischen Behörden von Verwandten DNA-Proben. Die Überreste sollen von etwa 50 Gerichtsmedizinern identifiziert und dann den Hinterbliebenen übergeben werden.

Als erste Konsequenz aus dem Unglück verbot die russische Flugaufsicht Kolavia vorerst den Betrieb ihrer Maschinen desselben Typs. An den Ermittlungen zu Unfallursache sollen auch deutsche und französische Experten des Flugzeugbauers Airbus teilnehmen.

(lsa/dpa)
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