| 15.22 Uhr

Erstes Interview nach umstrittener Jagd
Cecil-Jäger: "Schwere Zeit für meine Familie"

Trauer und Wut nach dem Tod von Löwe Cecil
Trauer und Wut nach dem Tod von Löwe Cecil FOTO: ap
Hwange. Der 55-jährige Zahnarzt, der im Juli den Löwen Cecil in Simbabwe mit Pfeil und Bogen getötet hat, äußerte sich nun erstmals in einem Interview zu der Jagd. Diese sei vollkommen legal gewesen. Er habe nicht gewusst, dass Cecil so beliebt gewesen sei.

Der Hobby-Jäger, ein Zahnarzt aus den USA, habe sich bei der Tour komplett auf die Erfahrung der lokalen Führer verlassen, wie er betonte. "Ich hatte bis zum Ende der Jagd keine Ahnung, dass der Löwe, den ich erlegt habe, ein Halsband trug, vor Ort bekannt und Teil einer Studie war", sagte er der Zeitung "Star Tribune".

Zwar äußerte der Zahnarzt ein gewisses "Bedauern" angesichts der Ereignisse, betonte aber zugleich, dass die Jagd legal gewesen sei. Medienberichte, nach denen diese 40 Stunden gedauert haben soll, wies er zurück. Er habe den Löwen mit einem Pfeil verwundet, verfolgt und mit einem anderen Pfeil erlegt – in deutlich unter 40 Stunden.

Auch dass er 50.000 Dollar (rund 45.000 Euro) für die Jagd bezahlt haben soll, wies der 55-Jährige zurück. Wie viel ihn der Ausflug stattdessen gekostet hat, verriet er aber nicht.

Im Internet ist der Hobby-Jäger nach der Jagd tagelang massiv bedroht worden. Daher sei er aus Sicherheitsgründen in den vergangenen Wochen nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten, wie der Zahnarzt erklärte. "Das war besonders für meine Frau und meine Tochter schwer. Sie wurden immer wieder in sozialen Netzwerken bedroht", sagte der 55-Jährige.

Am Dienstag hat das Versteckspiel aber ein Ende, dann wolle er seine Praxis wieder öffnen. "Ich muss zurück zu meinen Angestellten und meinen Patienten – und sie wollen mich zurück. Darum komme ich wieder", sagte der Arzt.

Unterdessen betonte sein Berater, der das gesamte Interview über nicht von der Seite des Zahnarztes gewichen war, dass nichts gegen den Hobby-Jäger vorliege. "Es gibt keine offiziellen Anschuldigungen, dass er irgendetwas Falsches getan hat", sagte er.

(lukra)
 
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