Bootsunglück in Marokko: Es gibt keine Hoffnung mehr
zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 15:43Berlin (RPO). Die drei deutschen Segler und ihre drei Begleiter, die mit ihrem Boot vor der Küste Marokkos verunglückt waren, sind offenbar tot. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte am Donnerstag, dass vom Tod der Personen ausgegangen werden müsse.
Von den insgesamt sieben Bootsinsassen konnte sich nur eine 19-jährige Deutsche retten. Bei den drei vermissten deutschen Seglern handelt es sich um einen 24 Jahre alten und einen 17 Jahre alten Mann aus Baden-Württemberg sowie um einen 28-jährigen Hamburger. Bei den drei anderen Vermissten handelt es sich um eine Österreicherin, eine Dänin und einen Slowenen.
Die Gruppe Heranwachsender war mit der achteinhalb Meter langen Yacht "Taube" auf dem Weg von Larache im Norden Marokkos nach Rabat. Bei schwerem Seegang und Sturm kenterte der Segler laut marokkanischen Angaben nahe Kenitra.
Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Außenministerium in Wien berichtete, machte ein starker Sturm die Suche nach den Vermissten unmöglich. Die Wellen seien bis zu sieben Meter hoch.
Die gerettete Deutsche überlebte demnach, indem sie sich auf eine Matte rettete. Sie sei von Menschen im Hafen im Wasser treibend entdeckt und gerettet worden. Die 19-Jährige befand sich demnach am Donnerstag noch in der deutschen Botschaft in Rabat.
Die Segler gehörten dem Verein Migrobirdo an, der sich nach Angaben auf dessen Internetseite unter dem Motto "Segeln für/in eine andere Welt" für die Völkerverständigung einsetzt. Wie die überlebende Deutsche berichtete, segelten die Mitglieder der Organisation immer nur ein Stück der Gesamtstrecke mit. Daher hätten sich die meisten nur beim Vornamen gekannt.
In ihrem Internetblog berichteten die Segler vor dem Unglück von vielen spontanen Begegnungen mit Einheimischen, aber auch mit Deutschen, die sie in den Häfen getroffen hatten.
Im vergangenen Jahr war die "Taube" mit wechselnden Besatzungen von der Ostsee über die Biskaya bis in die Algarve gefahren. In diesem Jahr hatte die Yacht zunächst westlich von Malaga in Südspanien geankert und war dann durch die Straße von Gibraltar gesegelt.
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