| 22.10 Uhr

Heile Welt von Kate Middleton und Leutnant William Wales
"Es ist schön, in Ruhe gelassen zu werden"

William und Kate - ruhiges Refugium in Wales
William und Kate - ruhiges Refugium in Wales FOTO: AFP
Holyhead (RP). Kate Middleton und Prinz William haben sich im Herbst 2010 auf einer kleinen Insel irgendwo in Wales niedergelassen - mit eigenem Privatstrand. Die Bewohner dort sind natürlich überhaupt nicht neugierig, alles wissen wollen sie aber schon über das königliche Paar. Der Prinz ist jedenfalls begeistert von dem Fleckchen. Nicht nur, weil er es oft mit dem Hubschrauber überfliegt, sondern auch, weil es "schön ist, in ruhe gelassen zu werden". Von Alexei Makartsev

Weit draußen in der Bucht von Holyhead hängt ein Hubschrauber über der unruhigen See. Darunter baumelt im scharfen Atlantik-Wind eine Menschenfigur an einem Seil. Man liest diese Frage in den Augen vieler Reisenden, die auf die Fähre nach Dublin warten: "Rettet dort Prinz William einen Seemann in der Not?"

Die Tourismusbehörde von Wales freut sich darüber, dass die malerische Insel Anglesey im Januar in einer Umfrage zum interessantesten Reiseziel Großbritanniens gekrönt wurde – unter anderem, weil hier das berühmteste Paar des Königreichs lebt.

Der Enkel der Queen und seine Verlobte Kate Middleton haben sich im Herbst 2010 auf Anglesey niederlassen, als William seinen dreijährigen Dienst als Rettungspilot auf der Militärbasis RAF Valley begann. Seitdem kommen viele Briten hierher, um ihren zukünftigen König im Einsatz zu erleben.

Er wollte unbedingt nach dem Ende seiner sechsmonatigen Ausbildung als Pilot des "Sea King"-Hubschraubers auf der 700 Quadratkilometer großen Insel in der nordöstlichen Ecke von Wales stationiert werden.

Ein eigener Privatstrand

Das dünn besiedelte, wilde Anglesey mit der 125 Kilometer langen, zerfurchten Küstenlinie ist ein perfektes Versteck für den 28-jährigen William und die sechs Monate ältere Kate, die dem Medienrummel vor der Hochzeit entgehen wollten. "Es ist schön, in Ruhe gelassen zu werden", sagte der Prinz in einem Interview. "Das Leben auf Anglesey ist bestens geeignet, um einen vernünftigen Job anzufangen. Und es gibt sehr gute Strände hier".

Nach Medienberichten haben William und Kate sogar einen eigenen Privatstrand. Sie zahlen 900 Euro Miete im Monat für ein abgelegenes "weißes Bauernhaus mit Blick auf die Snowdonia-Berge". Die Nummer Zwei der Thronfolge werde von einem 14-köpfigen Polizei-Kommando bewacht. Mehr durften die britischen Blätter ihren Lesern aus Sicherheitsgründen nicht verraten: Alle Zeitungen wurden vom Geheimdienst dazu verpflichtet, die Angaben zur Lage und zum Aussehen des königlichen Liebesnests geheim zu halten.

Wie ein unruhiger Geist ist der Sohn von Prinzessin Diana überall und nirgendwo auf Anglesey. Es ist eine Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen, zu tratschen, wo William zuletzt gesehen wurde. "Er und Kate kaufen oft im Tesco-Supermarkt ein", sagt eine Bäckerin in Holyhead. "Am Montag hat er sich bei McDonald's einen Burger gekauft", heißt es im Marine-Museum am Hafen.

"Sie könnte ruhig ein paar Kilo zunehmen"

Das neueste Gerücht: William soll eines Abends mit 20 Freunden in einem Restaurant aufgekreuzt sein, wo er aus Platzmangel abgewiesen wurde. "Nein, wir sind nicht neugierig", sagt lachend eine Ladenverkäuferin im Dorf Trearddur, wo der Prinz eine Rettungsboot-Station eingeweiht hat. Die stämmige Waliserin verrät, dass sie ein Fan von Kate sei. "Sie ist so spindeldürr, sie könnte ruhig ein paar Kilo zunehmen. Ich glaube aber, es ist bald soweit", flüstert verschwörerisch die Frau.

Ihr Motto lautet "Beherzt und mutig". Williams 27-köpfige "Such-und-Rettungs-Einheit" (SARF) haust in mehreren Baracken und einer neuen Kommandozentrale am Rand der Militärbasis "Valley" in einem Tal an der Westküste der Insel. Binnen 15 Minuten nach Erhalt eines Hilferufs steigen die 17 Meter langen, gelben Maschinen in die Luft, um den Schiffen in Seenot zur Hilfe zu kommen oder um ohnmächtige Bergsteiger von den Hängen des beliebten Gipfels Mount Snowdon aufzusammeln.

Der fliegende Prinz hat bislang 40 Stunden als Copilot eines "Sea King"-Hubschraubers in der Luft verbracht, dabei soll William an 15 Einsätzen teilgenommen haben. 2012 könnte der junge Leutnant zum Einsatzleiter im Rang eines Captain aufsteigen, wenn er einige harte Prüfungen erfolgreich absolviert. Das Fliegen in Wales kann wegen der Windböen gefährlich sein. Als die Queen im April ihren Enkel auf der RAF Valley besucht hatte, begrüßte William der Königin mit den scherzhaften Worten: "Ich hatte Angst, dass dein Hut wegfliegen würde".

Ein ganz normaler Ausnahmepilot

Er sei ein ganz normaler Ausnahmepilot, erfährt man auf der Basis. Einerseits schwärmen Williams Vorgesetzten von einem "Naturtalent" mit starken Nerven und einer eisernen Disziplin. Andererseits heißt es, dass der Prinz in Militäruniform sehr unkompliziert sei – und dass er so wie die übrigen Militärs behandelt werde.

"Bevor Ihre Majestät uns besucht hat, musste auch William seine Schuhe putzen", sagt grinsend Squadron Leader "Spike" Wright. "Natürlich wissen wir, dass er unter einem großen Druck steht. Aber wir reden nicht viel darüber", sagt Leutnant "Sticky" Bunn, der oft mit dem zukünftigen König fliegt. Gemeinsam mit seinen Kameraden hat "Sticky" kürzlich einige Kopfkissen und Tassen mit William und Kates Gesichtern besorgt und die Hochzeits-Souvenirs in den Mannschaftsräumen platziert, wo sie "zufällig" dem Prinzen in die Hände fielen. Als "netter Kerl mit Humor" soll der Royal über den Scherz herzlich gelacht haben.

Sie freuen sich auf Kate und glauben, dass sich die zukünftige Prinzessin beim Warten auf ihren Liebsten in der Einöde nicht langweilen werde. "Sie kann viel wandern", sagen die Militärs. "Außerdem sind wir eine große Familie, und die Ehefrauen mit Kindern sind auf der Basis sehr willkommen". Allmählich steigt in der RAF Valley das Hochzeitsfieber. William hat alle seine Kameraden zur Eheschließung am 29. April in London eingeladen. "Es ist eine Ehre, dabei zu sein. Leider will meine Gattin die Gelegenheit nutzen, um sich komplett neu einzukleiden", klagt augenzwinkernd "Spike" Wright.

(csr/top)
 
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