Holocaust-Leugner: EU-Haftbefehl gegen Williamson gefordert
zuletzt aktualisiert: 03.03.2009 - 09:38Berlin (RPO). Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok verlangt einen EU-Haftbefehl gegen Richard Williamson und appellierte an die deutsche Justiz. Der erzkatholische Bischof hatte den Holocaust geleugnet.
"Ich fordere, dass ein europäischer Haftbefehl gegen Bischof Williamson von deutschen Staatsanwaltschaften geprüft wird", sagte der Parlamentarier der "Bild"-Zeitung.
Nach Broks Worten ist es inzwischen offenkundig, dass das TV-Interview, in dem Williamson seine Äußerungen gemacht habe, auf deutschem Boden geführt worden sei. Das Leugnen des Massenmords an den Juden steht in Deutschland unter Strafe, nicht aber in der britischen Heimat des Bischofs.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat bereits vergangene Woche gesagt, dass die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft in Regensburg gegen Williamson zum Erlass eines Europäischen Haftbefehls führen könnten.
Williamson ist einer von vier Pius-Brüdern, die 1988 ohne Zustimmung des Papstes zum Bischof geweiht und daraufhin exkommuniziert wurden. Trotz einer öffentlichen Holocaust-Leugnung Williamsons im schwedischen Fernsehen hob Benedikt XVI. die Exkommunikation wieder auf.
Nach der internationalen Empörung darüber erklärte der Vatikan, Williamson müsse sich eindeutig von seinen Bemerkungen über die Schoah distanzieren". Williamson hatte gesagt, dass in den Konzentrationslagern des NS-Regimes kein einziger Jude vergast worden sei.
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