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Hotel in Kopenhagen: Explosion war vermutlich Terroranschlag

zuletzt aktualisiert: 11.09.2010 - 21:24

Kopenhagen (RPO). Die kleine Explosion in einem Kopenhagener Hotel hat vermutlich einen terroristischen Hintergrund. "Es gibt Umstände, die auf einen fehlgeschlagenen Terroranschlag hindeuten", teilte Jakob Scharf, der Chef des dänischen Geheimdienstes, am Samstag mit.

Bereits am Freitag war es zu der Explosion in einem Badezimmer des Hotels gekommen, bei der niemand verletzt wurde. Die Polizei nahm später einen Mann fest, der gesehen worden war, wie er von dem Hotel weglief.

Noch sei nicht eindeutig klar, ob der Vorfall tatsächlich einen terroristischen Hintergrund habe oder ob er in Beziehung zu einem anderen schweren Verbrechen stehe, sagte Scharf. Dennoch erhöhte die Polizei die Terror-Alarmstufe für Dänemark leicht. Die Menschen sollten sich aber nicht vor drohenden Anschlägen fürchten, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Jörn Aabye.

Die Identität des Verdächtigen sei noch nicht gänzlich geklärt, aber es handele sich um einen Mann zwischen 40 und 50 Jahren, sagte Aabye. Der Festgenommene habe die Kooperation mit der Polizei verweigert. Im Hotel wurde eine Pistole gefunden, allerdings war nicht klar, ob sie dem Verdächtigen gehört.

Der Mann wurde noch am Samstag angeklagt. Dem Mann werde "die Herstellung einer Bombe mit dem Ziel einer Explosion" vorgeworfen, teilte am Samstag ein Sprecher des zuständigen Gerichts in der dänischen Hauptstadt mit. Die Bombe habe offenbar nicht in dem Hotel, sondern an einem anderen Ort gezündet werden sollen. Sie ging den Angaben zufolge nur versehentlich bereits in den Toiletten des Hotels im Zentrum von Kopenhagen hoch. Zum geplanten Explosionsort machte der Gerichtssprecher keine Angaben.

Nach der Explosion am Freitagnachmittag war nach Polizeiangaben ein Mann blutend aus dem Hotel gerannt. Wenig später wurde der Verdächtige verletzt in einem Park im Zentrum der Stadt aufgegriffen. Medienberichten zufolge blutete er aus einer Wunde am Kopf und einer weiteren am Arm. Sprengstoffexperten der Polizei hätten ihm einen schwarzen Sprengstoffgürtel entfernt und diesen zerstört.

Dänemark gilt als potenzielles Ziel radikalislamischer Attentäter seit dort vor fünf Jahren Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht wurden, die in der muslimischen Welt eine Welle der Empörung auslösten.

Quelle: apd/pst

 
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