Razzien in Indonesien: Extremistenführer Noordin offenbar getötet
zuletzt aktualisiert: 08.08.2009 - 12:37Beji/Indonesien (RPO). Der meistgesuchte Terrorist Südostasiens ist Medienberichten zufolge bei einer Polizeioffensive in Indonesien getötet worden. Noordin Mohammed Top wird mit Anschlägen in Verbindung gebracht, bei denen insgesamt 250 Menschen getötet wurden.
Er sei bei einem 16-stündigen Einsatz in Zentraljava am Samstag getötet worden, meldeten örtliche Fernsehsender. Die Polizei bestätigte die Berichte zunächst nicht.
Noordin werde in einem von Anti-Terror-Einheiten gestürmten Haus in einem Dorf in Zentraljava vermutet, erklärten die Behörden lediglich. Die Einsatzkräfte umstellten das Gebäude am Freitagabend, es kam zu einem Schusswechsel. Auch mehrere Explosionen waren zu hören. Nach rund 16 Stunden stürmten die Polizisten nach Augenzeugenberichten das Haus. Im Bad sei eine Leiche gefunden worden, sagte ein Polizist vor Ort. Neben Noordin hätten sich vermutlich zwei oder drei seiner Anhänger in dem Gebäude aufgehalten.
Vertreter Al Kaidas in Südostasien
Der Malaysier Noordin steht auf der Fahndungsliste der Terrorverdächtigen in Südostasien an erster Stelle. Er wird mit allen großen Terrorakten der vergangenen Jahre in Indonesien in Verbindung gebracht, darunter die Selbstmordanschläge auf die Hotels Marriott und Ritz-Carlton im Juli sowie der Anschlag von Bali 2002, bei denen 202 Menschen getötet wurden. Für seine Ergreifung war eine Belohnung von 100.000 Dollar (70.000 Euro) ausgesetzt.
In einem Video hatte sich Noordin 2005 als Vertreter des Terrornetzwerks Al Kaida in Südostasien bezeichnet. Mit Anschlägen auf westliche Zivilpersonen solle der Tod von Muslimen in Afghanistan gerächt werden, hatte er erklärt.
Bei einer weiteren Razzia am Stadtrand von Jakarta wurden nach Polizeiangaben am Samstag zwei mutmaßliche Extremisten getötet und drei weitere festgenommen. Außerdem seien Bomben und ein für Sprengsätze präpariertes Auto sichergestellt worden. Der Einsatz war rund fünf Kilometer von der Residenz des Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono entfernt.
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