| 17.53 Uhr

Tod des Austauschschülers Diren
Vater des toten Diren: Geld bringt Sohn nicht zurück

Gericht verurteilt Todesschützen des Austauschschülers Diren
Gericht verurteilt Todesschützen des Austauschschülers Diren FOTO: ap
Missoula/Hamburg. Die Anwälte beider Seiten haben verhandelt und eine Einigung erzielt: Die Eltern des Hamburger Schülers Diren bekommen Geld nach den tödlichen Schüssen auf ihren Sohn. Nun spricht der Vater.

Der gewaltsame Tod des Hamburger Austauschschülers Diren D. in den USA lässt sich für dessen Eltern nicht mit Geld wiedergutmachen. Direns Vater bestätigte am Montag eine Vereinbarung seiner Anwälte mit den Versicherungen des Mannes, der den damals 17-Jährigen im April 2014 erschossen hatte. "Aber selbst, wenn die uns 100 Millionen Euro zahlen, bringt uns das unseren Sohn nicht zurück", sagte Celal D. der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vater wehrte sich gegen den Eindruck, man habe mit der Familie des Schützen über Geld verhandelt. "Wie kann man sich mit dem Mörder seines Sohnes einigen?", fragte Celal D.. Die Versicherungen des Täters hätten ohnehin eine Summe auszahlen müssen. Nach Angaben des Familienanwalts umfasst die insgesamt getroffene Übereinkunft aber auch eine Zahlung der Mutter des Täters.

Leichnam von Diren D. zur Beisetzung eingetroffen FOTO: ap

Der 17-jährige Diren lebte bei einer Gastfamilie in Missoula im US-Staat Montana, als er im April 2014 von Markus K. erschossen wurde. Diren war in dessen Garage eingedrungen, der Grund dafür blieb vor Gericht ungeklärt. Der Täter berief sich auf sein Recht, sich und sein Eigentum zu verteidigen. Im Februar verurteilte ein Gericht in Missoula ihn jedoch wegen vorsätzlicher Tötung zu 70 Jahren Haft.

Am Sonntag war bekanntgeworden, dass Direns Familie sich mit dem Schützen über eine Entschädigung in nicht genannter Höhe geeinigt hatte. Zudem würden die Eltern die Waffen des Täters bekommen, hieß es. Im Gegenzug werde das für Dezember angesetzte Zivilverfahren in den USA über eine Entschädigung von Direns Familie abgesagt.

Trauer um getöteten Austauschschüler Diren D. FOTO: ap

"Die Auto- und die Hausratversicherung hätten sowieso zahlen müssen", sagte Direns Vater dazu. "Diese Zahlungen wären gekommen, egal was wir machen." Auf Facebook habe es nach den Medienberichten schon "absurde und ekelhafte Kommentare" gegeben. Die Familie habe auf das Zivilverfahren verzichtet, um endlich einen Schlussstrich zu ziehen.
"Wir haben keine Kraft mehr."

Es sei falsch, dass Direns Familie die Waffen des Schützen haben wollte, versicherte Celal D. und fügte hinzu: "Nach den US-Gesetzen stehen uns die Waffen zu. Aber was soll ich damit?" Wenn er irgendwann vielleicht nochmal in die USA reisen sollte, könnte er die Waffen öffentlich mit einem Vorschlaghammer unschädlich machen. "Es ging nur darum, die Waffen der Täterfamilie zu entziehen", hatte sein Anwalt Bernhard Dockle schon am Sonntag erklärt.

"Wir wollen kein Geld von der Familie des Täters haben", betonte Direns Vater zudem. "Die Mutter hat uns Geld angeboten, damit wir nicht eine vorzeitige Entlassung des Schützen nach 25 Jahren verhindern. Das haben wir abgelehnt." Direns Anwalt stellte jedoch klar, dass es eine Zahlung der Mutter geben werde. Aber diese sei an keine Bedingungen geknüpft, ergänzte er. "Auf einen anderen Deal hätten wir uns nicht eingelassen", ergänzte er.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fall Diren: Vater: Geld bringt meinen Sohn nicht zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.