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Tod des Enführers
Staatsanwaltschaft prüft neue Gutachten im Fall Kampusch

Natascha Kampuschs "3096 Tage" feiert Premiere
Natascha Kampuschs "3096 Tage" feiert Premiere FOTO: dpa, Herbert Neubauer
Wien. Zu den Todesumständen des Entführers von Natascha Kampusch prüft die Oberstaatsanwaltschaft Wien zwei neue Privatgutachten. Der Sprecher der Behörde bestätigte am Dienstag den Eingang der Papiere und einen Bericht von "Spiegel Online".

Der Bruder des damaligen Chefermittlers hatte Ende Februar Anzeige erstattet. Er habe den Verdacht, dass der Entführer Wolfgang Priklopil keinen Selbstmord begangen habe, sondern ermordet worden sei. Die Gutachten seien von ihm nun nachgereicht worden, hieß es.

Zum Inhalt und zur Qualität der Expertisen gab die Behörde keine Stellungnahme ab. Es werde weiter untersucht, ob die Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordverdachts überhaupt neue Aspekte enthalte. Wie lange das noch dauern könne, sei unklar.

Der Entführer war im August 2006 wenige Stunden nach der Flucht der damals 18-Jährigen von einem Zug überfahren worden. Es gibt Spekulationen, der damals 44-Jährige könnte tot auf die Gleise gelegt worden sein.

Der Fall Kampusch hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Als Zehnjährige war das Mädchen am 2. März 1998 entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller in Priklopils Haus gefangen gehalten worden. Um den Fall ranken sich immer wieder Verschwörungstheorien. Die Polizei hatte in ihrem Endbericht vom April 2013 keinen Zweifel daran, dass sich der Entführer selbst das Leben nahm.

(jado/dpa)
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