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Panne bei Katastrophenschutz in Hawaii
Falscher Raketenalarm - "Wir haben einen Fehler gemacht"

Falscher Raketenalarm in Hawaii: "Wir haben einen Fehler gemacht"
Ein Smartphone-Screenshot zeigt die Warnung: "Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung." FOTO: Tulsi Gabbard/rtr
Honolulu. Fast 40 Minuten lang denken Einwohner in Hawaii, es gebe einen Raketenalarm, dann kam die Entwarnung. Inzwischen ist klar, dass jemand einen falschen Knopf gedrückt hat und so den falschen Alarm auslöste.

Ein falscher Raketenalarm in Hawaii hat die Einwohner des US-Staates in Angst und Schrecken versetzt. Auf ihren Handys erhielten sie am Samstagmorgen die Nachricht: "Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung." Es gab panische Reaktionen, dann folgte die Entwarnung - der Alarm wurde durch einen menschlichen Fehler ausgelöst.

Zehn Minuten nach der Warnung per SMS twitterte die Katastrophenschutzbehörde EMA zwar bereits, es gebe keine Bedrohung. Doch Menschen, die nicht in dem sozialen Netzwerk unterwegs sind, erreichte die Mitteilung erst später. Es dauerte 38 Minuten, bis auch auf Mobiltelefonen eine Entwarnung auftauchte.

Währenddessen hatten manche Menschen einem Medienbericht zufolge ihre Autos auf einer Schnellstraße verlassen und waren zu einem Tunnel gerannt, um Schutz zu suchen. Andere bereiteten sich auf die Evakuierung ihrer Häuser vor.

Alarmsystem soll überprüft werden

"Wir haben einen Fehler gemacht", sagte der Leiter der EMA, Vern Miyagi. Er sei passiert, als jemand einen falschen Knopf gedrückt habe. Gemeinsam mit dem Gouverneur von Hawaii, David Ige, sicherte er für die Zukunft zu, eine Person allein werde nicht mehr dazu in der Lage sein, einen solchen Fehler zu begehen. Ige sagte, das Alarmsystem werde überprüft.

Der falsche Raketenalarm machte auch Golf-Profis des Turniers Sony Open in Honolulu Angst. "Wir haben uns alle nur angestarrt", sagte der amerikanische Golfer Charles Howell III. Niemand habe gewusst, was zu tun sei. Ähnlich äußerte sich sein Kollege Colt Knost: In seinem Hotel am Strand Waikiki Beach hätten die Leute in der Lobby panisch reagiert. Sie seien umhergerannt und hätten gerufen: "Was machen wir jetzt?"

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses von Hawaii, Scott Saiki, kritisierte, die 30 Minuten bis zur Korrektur des Alarms seien zu lang gewesen. "Die Regierungsbehörden sind offensichtlich nicht vorbereitet und es mangelt an der Fähigkeit, mit Notfallsituationen umzugehen", beklagte er in einer Mitteilung.

US-Präsident Donald Trump informiert

Der Senator von Hawaii, Brian Schatz, kritisierte, der ganze Staat sei verschreckt worden. Es handle sich um einen menschlichen Fehler, der absolut nicht zu entschuldigen sei. Die Verantwortung müsse geklärt werden, twitterte Schatz.

US-Präsident Donald Trump wurde nach Angaben des Weißen Hauses über den Zwischenfall informiert. Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Lindsay Walters, hatte zunächst erklärt, es habe sich um eine Übung gehandelt. Präsident Donald Trump ist über das Wochenende nach Florida gereist. Das US-Verteidigungsministerium und das Pazifikkommando der US-Streitkräfte versicherten, sie hätten keine Raketenbedrohung für Hawaii entdeckt.

(das/ap)
 
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