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"Militärdienst hat Micah verändert"
Familie des Dallas-Attentäters entschuldigt sich

Familie des Dallas-Attentäters entschuldigt sich: "Militärdienst hat Micah verändert"
FOTO: afp
Dallas . Drei Tage nach der Schießerei in Dallas hat sich die Familie des Attentäters bei der amerikanischen Öffentlichkeit für die Tat entschuldigt. Und eine mögliche Erklärung für das Verhalten von Micah Johnson geliefert.

"Ich weiß nicht, was ich irgendjemandem sagen kann, um es besser zu machen", sagte sein Vater James Johnson am Montag unter Tränen. "Ich habe es nicht kommen sehen." Mutter Delphine Johnson sagte, der Militärdienst habe ihren Sohn verändert. Seine Zeit bei der Armee sei nicht das gewesen, was er sich erwartet habe, sagte die Mutter in einem Interview der Webseite "TheBlaze".

Der 25-jährige Micah Johnson war sechs Jahre lang bei der Heeresreserve und dabei unter anderem auch in Afghanistan stationiert. Während dieses Einsatzes wurde er auch beschuldigt, eine Soldatin sexuell belästigt zu haben. Die Armee schickte ihn damals zurück in die USA und empfahl eine unehrenhafte Entlassung. Sein Militäranwalt von damals, Bradford Glendening, sagte, dass sei ungewöhnlich harsch gewesen, denn üblicherweise werde erst ein Beratungsgespräch angeordnet, bevor drastischere Schritte wie eine solche Entlassung folgten.

Motiv: Hass auf Weiße?

Der Schwarze hatte am Donnerstagabend im Zentrum von Dallas fünf Polizisten erschossen und die Tat mit seinem Hass auf Weiße begründet. In den Tagen zuvor waren zwei Schwarze bei Polizeieinsätzen in anderen US-Staaten getötet worden.

Johnson wurde schließlich von der Polizei mit einem Sprengsatz getötet, den ein Roboter in sein Versteck gebracht hatte. Der Polizeichef von Dallas, David Brown, stellte am Montag klar, dass Johnson in der zweiten Etage der Hochschule El Centro getötet worden sei und nicht in einem Parkhaus, wie die Behörden bisher erklärt hatten.

Brown verteidigte einmal mehr die Entscheidung, den Roboter einzusetzen. "Das war kein ethisches Dilemma für mich", sagte der Polizeichef bei einer Pressekonferenz. "Ich würde es wieder tun ... um die Leben unserer Beamten zu retten."

Den Ermittlern zufolge hatte Johnson Pläne für einen noch weit größeren Angriff. Unter anderem wurde in seinem Haus Material zum Bombenbau entdeckt. Johnson tötete nicht nur fünf Zivilisten, sondern verletzte auch neun weitere sowie zwei Zivilisten. Bei Schusswechseln mit ihm hätten elf Beamte auf Johnson gefeuert und zwei den Sprengsatz eingesetzt, sagte Brown. "Mut ist als Wort nicht stark genug, um zu beschreiben, was sie an diesem Tag getan haben."

(felt/ap)
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