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Nigeria: Fast 500 Tote bei Unruhen befürchtet

zuletzt aktualisiert: 30.11.2008 - 00:46

Jos/Nigeria (RPO). Gerüchte über möglichen Wahlbetrug haben in Nigeria zu schweren Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen mit bis zu 500 Toten geführt. 300 Leichen seien allein am Samstag in die größte Moschee der Stadt Jos gebracht worden, berichtete ein führender Geistlicher.

Bei schweren Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen wird mit bis zu 500 Toten gerechnet.  Foto: AFP, AFP
Bei schweren Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen wird mit bis zu 500 Toten gerechnet. Foto: AFP, AFP

Nach dem Ende eines nächtlichen Ausgehverbots wurden wieder Häuser, Kirchen und Moscheen in Brand gesteckt. Präsident Umaru Yar'Adua entsandte Soldaten nach Jos. Vertreter verschiedener Volksgruppen und Glaubensgemeinschaften riefen im Rundfunk zur Ruhe auf.

Die mehrtägigen Ausschreitungen in der Hauptstadt des nigerianischen Staates Plateau begannen nach den Kommunalwahlen vom Donnerstag, den ersten seit mehr als einem Jahrzehnt in Jos. Auslöser waren offenbar Vorwürfe des Wahlbetrugs.

Scheich Khalid Abubakar sagte, in der Nähe der Moschee lägen weitere 180 Tote. Da die Christen ihre Toten nicht in eine Moschee bringen, könnte die tatsächliche Zahl der Opfer noch deutlich höher liegen. Polizeisprecher Bala Kassim erklärte nur, es gebe "viele Tote", Zahlen wollte er nicht nennen.

Es sind die schlimmsten Ausschreitungen im Staat Plateau seit 2004, als bei Kämpfen zwischen Christen und Muslimen rund 700 Menschen ums Leben kamen. 2001 gab es bei ähnlichen Unruhen mehr als 1.000 Tote.

Jos liegt in einem Gebiet, in dem die verschiedensten Volksgruppen leben. Die Region trennt den muslimischen Norden vom eher christlichen Süden des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes.

Die Unruhen begannen mit Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden größten Parteien in Jos. Schnell entwickelten sich daraus Kämpfe zwischen den Muslimen vom Volk der Hausa und Christen, die anderen Ethnien angehören. Am Freitag gab es bei den Auseinandersetzungen mindestens 15 Tote.

Quelle: ap

 
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