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Terror in Ägypten: Festnahmen nach Anschlag in Kairo

zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 - 09:09

Kairo (RP). Nach dem Anschlag auf westliche Touristen in Kairo hat die ägyptische Polizei drei Verdächtige festgenommen. Die drei Männer wurden kurz nach dem Attentat am Sonntagabend in der Nähe des Anschlagsortes gefasst, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus ägytischen Sicherheitskreisen erfuhr. Zur Identität der Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt.

Bei der Explosion einer Bombe auf dem Chan-el-Chalili-Basar in Kairo war eine 17-jährige Französin ums Leben gekommen. Nach Angaben der ägyptischen Sicherheitskräfte wurden mindestens 25 Menschen verletzt, unter ihnen 17 französische Jugendliche und ein Deutscher. Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand.

Es handelte sich um den ersten Anschlag auf westliche Touristen in Ägypten seit 2006. Wie die ägyptische Polizei mitteilte, ereignete sich die Explosion auf dem Chan-el-Chalili-Basar in der Nähe der El-Hussein-Moschee. Der bunte Basar mit seinen engen Gassen, Cafés und kleinen Geschäften ist eine der Hauptattraktionen der ägyptischen Metropole und wird jährlich von Millionen Touristen besucht. Der Platz vor der Moschee wird am Abend von Tausenden Menschen bevölkert.

Nicht weit vom Ort der gestrigen Explosion entfernt war im April 2005 ein Bombenanschlag verübt worden, bei dem drei Touristen getötet worden waren. Die deutsche Botschaft in Kairo sei eingeschaltet und bemühe sich um Aufklärung, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die Angaben der ägyptischen Polizei über die Staatsangehörigkeit der Verletzten wechselten am Abend in kurzen Abständen. Die Polizei sprach gegen 19.30 Uhr noch von elf verletzten Franzosen, drei verletzten Deutschen und drei verletzten Ägyptern. Zeitweise war auch von einem verletzten Österreicher und einem Mann aus Saudi-Arabien die Rede.

"Es war ein Sprengkörper, vielleicht eine Handgranate", sagte ein Polizeisprecher. Ein zweiter Sprengsatz wurde gefunden und explodierte erst, als der Bereich weiträumig abgesperrt war. "Vom Dach eines Gebäudes, das an der Straße mit Cafés und Restaurants steht, wurden zwei Sprengsätze geworfen", sagte ein Augenzeuge, was die Polizei bestätigte.

Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen gab es in Ägypten in den vergangenen Jahren wiederholt Anschläge islamischer Terroristen auf ausländische Touristen: Im September 1997 starben bei einem Angriff auf einen Touristenbus vor einem Museum in Kairo neun Deutsche, 1994 kamen bei Anschlägen in Oberägypten und Hurghada drei Deutsche ums Leben. Am 17. November 1997 wurden bei einem Anschlag in Luxor 62 Menschen getötet, unter ihnen 58 Touristen, die überwiegend aus der Schweiz und Japan stammten.

Militante Islamisten versuchen mit den Attentaten, die ägyptische Regierung zu treffen: Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Landes.

Quelle: RP

 
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