Waldbrand in Kalifornien: Feuerwehrleute melden erste Fortschritte
zuletzt aktualisiert: 02.09.2009 - 06:26Los Angeles (RPO). Der Kampf gegen die Flammen nördlich von Los Angeles scheint endlich Wirkung zu zeigen. Das Feuer sei inzwischen zu 22 Prozent eingedämmt, sagte Mike Dietrich von der Forstverwaltung. Den Brandbekämpfern kam feuchteres Wetter zu Hilfe, teilweise fielen sogar ein paar Tropfen Regen, doch von richtigen Niederschlägen konnte nicht die Rede sein.
Die Flammen haben sich inzwischen auf eine Fläche von 518 Quadratkilometer ausgedehnt. Die Zahl der verbrannten Häuser stieg nach Behördengaben am Dienstag von 53 auf 62. Etwa 12.000 Gebäude wurden von den Flammen bedroht, darunter auch ein Haus in Tujunga Canyon, wo Teile des Kinofilms "E.T." gedreht wurden.
Experten wiesen darauf hin, dass die Waldbrandsaison gerade erst begonnen hat. Die schlimmsten Brände kommen normalerweise erst im Herbst, wenn die gefürchteten Santa-Ana-Winde die Brände anfachen. "Wenn man sieht, wie dieser Brand schon ohne Santa-Ana-Winde lodert, können wir uns vorstellen, wie viel schlimmer und intensiver es mit den Winden wäre", erklärte der Feuerwehrkommandeur von Los Angeles, Mark Whaling.
Die jüngsten Waldbrände kommen Kalifornien bereits teuer zu stehen. Schon jetzt, erst zwei Monate nach Beginn des neuen Haushaltjahres, hat der Staat bereits 106 Millionen von insgesamt 182 Millionen Dollar ausgegeben, die im entsprechenden Etatposten vorgesehen sind. Der Betrag war für dieses Jahr trotz der akuten Haushaltskrise in Kalifornien kräftig angehoben worden, im Vorjahr lag er noch bei 69 Millionen Dollar. Für den Löwenanteil der Kosten zur Bekämpfung von Großbränden erhält Kalifornien allerdings Unterstützung aus Bundesmitteln.
Der Brand bedroht unterdessen auch den Tierpark des früheren Hollywoodstars Tippi Hedren. Über 60 Löwen, Tiger und andere Großkatzen leben in ihrem Wildpark "Shambala". Die Flammen haben sich inzwischen bis auf 1,6 Kilometer dem Grundstück genähert. Hedren, die durch den Filmklassiker "Die Vögel" von Alfred Hitchcock weltberühmt wurde, war bereits vor mehreren Tagen von den Behörden aufgefordert worden, ihr Anwesen zu verlassen.
Doch die Schauspielerin, die in ihren Filmen meisterlich die kühle Blondine verkörperte, behält ruhig Blut und will den Flammen vorerst nicht weichen, wie sie am Dienstag der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Behörden hätten die Situation überprüft. Den Wildkatzen gehe es gut. "Ich klopfe auf Holz", sagte die 79-Jährige. "Wir haben schon Überschwemmungen, Feuer und andere unglaubliche Dinge überstanden, vor die Mutter Natur uns gestellt hat."
Es würde rund drei Stunden dauern, die Tiere zu verladen, falls das Feuer noch näher komme, sagte Hedren. Der Wildpark habe Wassertanks, einen See und Feuerwehrpumpen sowie 36 Transportverschläge für die Raubkatzen. Die Feuerwehrleute würden die Situation "völlig verstehen", fügte sie hinzu. Für den Fall der Fälle stehen bereits mehrere vollgepackte Wagen bereit, in denen Computer und persönliche Erinnerungsstücke verstaut worden sind, darunter Fotos, Kleidungsstücke und Gemälde von Hedrens Mutter. "Shambala" liegt rund zehn Kilometer östlich der Stadt Acton.
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