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Fernbus
Flixbus lässt sich vom Brexit nicht aufhalten

Berlin. Das Fernbus-Unternehmen Flixbus stört der Brexit nicht. Sechs neue Verbindungen nach London setzt es auf den Plan: Mit der Übernahme des Konkurrenten Megabus setzt der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus auf den britischen Markt.

Nach dem Kauf des britischen Fernbus-Unternehmens Megabus baut der deutsche Marktführer Flixbus ungeachtet der Brexit-Entscheidung der vergangenen Woche stärker auf die Verbindungen nach London. "Wir glauben sehr an den Markt in Großbritannien, Brexit hin, Brexit her", sagte Flixbus-Gründer und Geschäftsführer Jochen Engert am Donnerstag in Berlin.

Streckenangebot wird am Juli ausgebaut

Ab Juli werde sich das Streckenangebot zwischen dem Kontinent und London auf sechs Mal täglich erhöhen, kündigte sein Geschäftspartner André Schwämmlein an. Die Fahrten von Köln, Amsterdam und Paris nach London seien die ersten Megabus-Verbindungen, die über die Flixbus-Webseiten gebucht werden können.

Die übrigen Megabus-Strecken sollen bis Ende des Sommers in das Flixbus-Netz integriert werden. Flixbus übernehme die Netzplanung, Technologie und Buchungsplattform. Bisherige Megabus-Kunden sollten möglichst schnell den Flixbus-Service wie kostenfreie Stornierung und Umbuchung bis 15 Minuten vor Abfahrt oder den papierlosen Check-in per Smartphone nutzen können.

Die Busse selbst würden zunächst weiter von Megabus betrieben, sagte Schwämmlein. Mittelfristig sollen die noch blau-gelben Fahrzeuge optisch der grün-orangenen Flixbus-Flotte angepasst werden. Megabus fährt in Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Spanien.

Flixbus hatte den Deal mit der Megabus-Mutter, dem britischen Verkehrsunternehmen Stagecoach, am Dienstag unterzeichnet. Zum Kaufpreis wollten sich die Chefs nicht äußern. Die Übernahme werde aber rund 30 Millionen Euro pro Jahr bringen, sagte Engert. Die Zahl der Fahrgäste werde sich im laufenden Jahr - auch wegen der Megabus-Integration - um 50 Prozent auf rund 30 Millionen erhöhen.

Mit dem Kauf des Konkurrenten will Flixbus seine Position in Europa stärken. "Es ist uns sehr wichtig, neue Zielgruppen zu erschließen", erklärte Schwämmlein. Seit der Fusion mit dem Wettbewerber MeinFernbus Anfang 2015 bietet Flixbus bereits zahlreiche Auslandsverbindungen an - derzeit zu etwa 900 Zielen in 20 Ländern.

Megabus galt als aggressiver Mitbewerber

Die Übernahme des britischen Unternehmens sei aber keine defensive Entscheidung gewesen, betonte Schwämmlein. Megabus gilt auf dem Markt als aggressiver Spieler: Seit dem vergangenen Jahr gehen die Briten unter anderem mit 1,50-Euro-Tickets auf Kundenfang. Im April hatte Megabus in Deutschland einen Marktanteil von zwei Prozent.

Flixbus ist mit 68 Prozent der Fahrplan-Kilometer die Nummer eins auf dem deutschen Markt, verlor zuletzt aber Anteile, weil die Bahn ihr Fernbus-Angebot ausbaut. Nach zuletzt veröffentlichten Zahlen ist der rasant gewachsene Fernbusmarkt im ersten Halbjahr generell geschrumpft. Die Zahl sowohl der Fahrten als auch der Linien ging in den ersten sechs Monaten zurück.

 

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(rent/dpa)
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