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Jamaikaner warten auf Abtransport: Florida: Hunderttausende fliehen vor "Ivan"

zuletzt aktualisiert: 10.09.2004 - 16:52

Kingston (rpo). In Jamaika und Florida flüchten hunderttausende Menschen vor dem Hurrikan "Ivan". In der jamaikanischen Hauptstadt Kingston warten verschreckte Touristen auf dem Flughafen auf ihren Abtransport von der Insel. "Ivan" wurde von den Meteorologen auf die höchste Kategorie 5 heraufgestuft. Die Behörden in Florida riefen eine halbe Millionen Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen.

In St. George's, Grenada, hat der Hurrikan Ivan bereits ganze Landstriche zerstört. Am Freitag wurde er auf Jamaika erwartet.  Foto: RPO
In St. George's, Grenada, hat der Hurrikan Ivan bereits ganze Landstriche zerstört. Am Freitag wurde er auf Jamaika erwartet. Foto: RPO

Die Bevölkerung von Florida wird das zweite Wochenende in Folge von einem verheerenden Hurrikan in Angst und Schrecken versetzt. Mit Windgeschwindigkeiten bis 230 Kilometern in der Stunde traf der Wirbelsturm "Ivan" am Freitag zunächst an der Ostspitze von Jamaika ein. Sein weiterer Weg führt in Richtung Kuba und Florida. Die Behörden des US-Staats riefen eine halbe Millionen Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen. Bisher kamen in der Karibik 23 Menschen ums Leben.

Lange Schlangen vor den Geschäften

Vor Lebensmittelgeschäften, Baumärkten und Tankstellen in Florida bildeten sich am Freitag lange Warteschlangen von Menschen, die sich auf den dritten Hurrikan binnen Monatsfrist vorbereiteten. "Niemand hier wird sicher sein", sagte eine Autofahrerin an einer Tankstelle in Key West. "Ich habe zwölf Stunden Fahrt vor mir. Aber ich will aus diesem Sturm heraus." Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA erwartet, dass "Ivan" am Montagabend die vorgelagerten Inseln von Florida erreichen wird. Es bestand aber auch die Möglichkeit, dass der Hurrikan in den Golf von Mexiko abdrehen wird.

In Jamaika warten viele Menschen auf den Abtransport. Foto: RPO

Auf Jamaika waren am Freitag hunderttausende auf der Flucht. Verschreckte Touristen warteten am Freitag auf Flugzeuge, die sie in Sicherheit bringen sollten. Es wurde erwartet, dass der Sturm mit dem russischen Namen mit voller Wucht die Hauptstadt Kingston treffen würde, um sich anschließend über Montego Bay in nordwestlicher Richtung weiterzubewegen.

Den Einwohnern der Karibikinsel Grenada bot sich nach dem Sturm ein Bild der Verwüstung. "Die Zerstörungen sind schlimmer als alles, was ich je gesehen habe", sagte der 34-jährige Michael Steele, dessen Haus in Trümmer gelegt wurde. "Uns ist nicht übrig geblieben." Hunderte Menschen, darunter Familien mit Kindern, warfen Scheiben von Geschäften und Supermärkten ein, um die Auslagen zu plündern. Manche trugen Fernsehgeräte, Matratzen und Bettgestelle davon. Die meisten erbeuteten Lebensmittel, die sie in Einkaufswagen abtransportierten.

Soldaten sollen öffentliche Ordnung wiederherstellen

Die Polizei errichtete Straßensperren. Dennoch strömten immer mehr Menschen, von Hunger und Durst getrieben, in die Hauptstadt St.George's. Von den Nachbarinseln wurden Soldaten nach Grenada entsandt, um bei der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung zu helfen.

Am Freitagnachmittag (Ortszeit) befand sich das Auge des Hurrikans etwa 270 Kilometer südöstlich von Kingston und bewegte sich mit 21 Kilometern in der Stunde in west-nordwestlicher Richtung. Auf Kuba rief Staatschef Fidel Castro die Bevölkerung auf, sich auf den Sturm vormzubereiten.

Am vergangenen Wochenende war der Wirbelsturm "Frances" über die Bahamas und Florida gezogen. Dabei verloren 21 Menschen ihr Leben. Zuvor hatte der Hurrikan "Charley" 27 Einwohner von Florida in den Tod gerissen und Milliardenschäden verursacht.

Quelle: ap

 
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