Mindestens 27 Tote durch Bootsunglück: Flüchtlinge ertrinken bei Havarie vor der Küste
zuletzt aktualisiert: 15.12.2010 - 12:33Sydney (RPO). Bei einem Flüchtlingsdrama sind am Mittwoch vor der australischen Küste mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Bei rauer See zerschellte nach Angaben von Augenzeugen ein Flüchtlingsboot aus Holz an den Klippen der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean. Dem australischen Grenzschutz zufolge kamen mindestens 27 Menschen bei dem Unglück ums Leben.
41 Flüchtlinge konnten demnach bis zum frühen Abend lebend aus dem Wasser gezogen werden. Ein weiterer habe sich selbst an Land in Sicherheit bringen können. Der Rettungseinsatz solle noch bis zum Einbruch der Dunkelheit weitergehen. Angesichts der stürmischen See seien die Bedingungen jedoch "sehr schwierig und gefährlich", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.
Nach Angaben der Organisation Fliegende Ärzte könnten bis zu 50 Menschen bei dem tragischen Unglück ums Leben gekommen sein. Herangeeilte Bewohner der Weihnachtsinsel berichteten von erschreckenden Szenen. Zahlreiche Insassen des Bootes wurden demnach bei dem heftigen Wellengang gegen die Felsen vor der Küste geschleudert. Durch die stürmische See seien zudem die ins Wasser geworfenen Schwimmwesten wieder an die Küste getrieben worden. Nach Angaben von Flüchtlingsvertretern stammte das Boot aus dem Irak oder dem Iran. Es sollen zahlreiche Frauen und Kinder an Bord gewesen sein.
Die Zeitung "The West Australian" zeigte auf ihrer Website Bilder, wie ein hölzernes, etwa neun Meter langes Boot auf Felsen kracht und zerbricht. Ein Anwohner, der in der Nähe der Klippen lebt, Simon Prince, berichtete, er sei von lauten Stimmen wach geworden. Zuerst habe er gedacht, dass gejubelt werde, dann sei er vor sein Haus gegangen und habe Menschen auf dem Boot gesehen, die um Hilfe schrien, sagte er der Nachrichtenagentur AP. "Der Motor war ausgefallen."
Prince rief die Polizei und bald waren Dutzende Menschen auf den Klippen, die überlegten, wie sie bei dem Sturm und den großen Wellen helfen konnten. Auf dem Boot seien etwa 50 Menschen gewesen. Es habe eine Stunde gedauert, bis das Boot schließlich auf den Felsen gekracht sei, sagte Prince. Dann seien alle an Bord zur Landseite gerannt, was das schlimmste gewesen sei, was hätte passieren können. "Ich glaube nicht, dass sie schwimmen konnten." Es seien nur zwei Rettungsboote an Bord gewesen, sagte Prince. Andere Anwohner berichteten, sie hätten mitangesehen, wie Menschen ertrunken seien.
Auf der Weihnachtsinsel gibt es ein Aufnahmelager für Asylsuchende, das offenbar Ziel der Menschen war.
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