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Flüchtlinge im Kühlwagen
Gericht in Österreich verurteilt Schlepper zu fünf Jahren Haft

Linz. Weil er 20 Flüchtlinge in einem Kühlwagen nach Deutschland bringen wollte, hat ein Gericht in Linz am Mittwoch einen 41-Jährigen Mann verurteilt. Die wenige Quadratmeter große Ladefläche war luftdicht verschlossen.

Für fünf Jahre muss ein Schlepper in Österreich hinter Gitter, der 20 Flüchtlinge unter lebensbedrohlichen Umständen nach Deutschland bringen wollte. Das Landgericht Linz sah es in seinem Urteil vom Mittwoch als erwiesen an, dass der 41-jährige Hilfsarbeiter die Menschen aus Syrien, dem Iran und Afghanistan in einem fast luftdicht abgeschlossenen Kühlaufbau eines Kastenwagens auf nur 6,66 Quadratmetern eingepfercht hatte. Die Flüchtlinge waren bei einer Kontrolle auf der Westautobahn in Österreich aus ihrem rollenden Verlies befreit worden.

Der vielfach vorbestrafte Fahrer hatte im Vorfeld auch eingeräumt, für die Schlepperorganisation gearbeitet zu haben, die für den Tod von 71 Flüchtlingen im August 2015 verantwortlich war. Die Menschen waren auf dem Weg von Ungarn nach Deutschland in einem Kühllaster erstickt. Mit dem konkreten Fall hatte er aber nichts zu tun.

 

(kl/dpa)
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