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"Wie Tiere in einem Gehege"
Aktivisten prangern "Fütterung" von Flüchtlingen in Ungarn an

Flüchtlinge in Ungarn: Video von "Fütterung" sorgt für Ärger
In Röszke wirft die Polizei Lebensmittel in die Menge. FOTO: Youtube/Sprido08
Röszke. Österreichische Aktivisten beklagen einen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen im größten ungarischen Auffanglager. Sie veröffentlichten ein Video, das zeigt, wie Polizisten in Röszke Tüten mit Brötchen in die wartende Menge werfen.

"Es erinnerte an die Fütterung von Tieren in ihrem Gehege, wie Guantanamo in Europa", sagte Klaus Kufner, dessen Mitstreiterin Michaela Spritzendorfer die Essensausgabe in dem Lager am Mittwoch heimlich gefilmt hatte.

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie etwa 150 Flüchtlinge dicht gedrängt in einem umzäunten Bereich warten, um mit Nahrung versorgt zu werden. "Es war unmenschlich, und es spricht für sich, dass sie (die Flüchtlinge) nicht um das Essen geschlagen haben, obwohl sie offensichtlich sehr hungrig waren", erklärte Spritzendorfer.

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe

Die Aktivisten waren nach eigenen Angaben nach Röszke gereist, um Lebensmittel, Kleidung und Medikamente an die Flüchtlinge zu verteilen. Spritzendorfers Video wurde seit Donnerstagabend in sozialen Netzwerken verbreitet, bis Freitagmorgen wurde es allein auf der Onlineplattform YouTube mehr als 23.000 Mal aufgerufen.

In Röszke trifft ein Großteil der Flüchtlinge von der sogenannten Balkanroute ein, die Westeuropa erreichen wollen. Die Lage an dem Grenzübergang ist seit Tagen angespannt. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge will weiter Richtung Deutschland oder Skandinavien reisen.

Hier geht es zu einem der Videos.

Weitere Informationen zur Flüchtlingskrise in unserem Dossier.

(AFP)
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