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Friedensnobelpreis
600.000 Menschen fordern Ehrung für griechische Inseln

Flüchtlinge erreichen griechische Insel Lesbos
Flüchtlinge erreichen griechische Insel Lesbos FOTO: dpa, fs sh
Athen. Auf den griechischen Inseln sind seit Januar vergangenen Jahres 900.000 Flüchtlinge angekommen, auf ihrem Weg von der Türkei nach Europa. Jetzt fordern die Unterzeichner einer Online-Petition, dass den Einwohnern der Inseln der Friedensnobelpreis verliehen wird.

Kurz vor Ablauf des Zeitlimits zur Unterzeichnung der Petition im Internet am Sonntagabend hatten sich 592.035 Menschen dafür ausgesprochen. Die Autoren der Petition hoben hervor, dass die Einwohner der Inseln in der Ägäis trotz der schweren Wirtschaftskrise im eigenen Land "alles getan haben und immer noch tun, um den syrischen Flüchtlingen zu helfen". Damit hätten sie mit ihren "Taten und ihrer Aufopferung" in bedeutender Weise "zum Frieden und zur Stabilität" in der Welt beigetragen.

Nach Medienberichten sind Universitätsvertreter aus den USA, Großbritannien und Dänemark dabei, die Erklärung für die Kandidatur für den Nobelpreis zu erstellen. Nach einem Bericht der griechischen Nachrichtenagentur ANA sind griechische Wissenschaftler dafür, drei Menschen besonders vorzuschlagen. Es handele sich um eine alte Frau und einen Fischer auf Lesbos sowie um die US-Schauspielerin Susan Sarandon, die als erste internationale Persönlichkeit nach Lesbos gekommen sei, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.

Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge FOTO: AP/Lefteris Pitarakis

Auch Papst Franziskus gehört zu den Kandidaten

Zudem gehören ein Vergewaltigungsopfer der Terrormiliz Islamischer Staat, Papst Franziskus und das afghanische Frauen-Radteam zu den vorgeschlagenen Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis. Das wurde am Montag kurz vor Fristablauf für die Nominierung von Kandidaten bekannt. Das für die Vergabe der Auszeichnung zuständige Komitee in Norwegen bekommt für gewöhnlich mehr als 200 Vorschläge eingereicht, die fünf Mitglieder können während einer Sitzung am 29. Februar ferner eigene Kandidaten nominieren.

Ein norwegischer Abgeordneter schlug die Jesidin Nadia Murad als Kandidatin vor. Sie war in Gefangenschaft des IS geraten und als Sexsklavin missbraucht worden. Nach erfolgreicher Flucht wurde Murad Sprecherin für andere Frauen, die unter dem IS litten und leiden. Der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, frühere Erzbischof von Kapstadt, unterstützt die Nominierung von Papst Franziskus für dessen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

118 italienische Abgeordnete brachten das afghanische Frauen-Radteam ins Rennen - sie wollen damit das "demokratischste Transportmittel der Menschheit" fördern.

Die Gewinner der Nobelpreise werden im Herbst bekanntgegeben und bekommen die Auszeichnungen am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel verliehen, dem 10. Dezember.

(felt/hebu/afp/ap)
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