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Nach heftiger Kritik
Tschechien stoppt umstrittene Hand-Markierung von Flüchtlingen

Fotos: Flüchtlinge stürmen Budapester Bahnhof
Fotos: Flüchtlinge stürmen Budapester Bahnhof FOTO: ap
Prag. Nach Kritik von Menschenrechtlern markiert die tschechische Polizei Flüchtlinge ab sofort nicht mehr mit auf die Hände geschriebenen Nummern. Die Beamten sollten künftig spezielle Armbänder mit Daten zur Identifikation der Flüchtlinge verteilen, erklärte die Polizei am Donnerstag auf ihrer Website.

Am Dienstag hatten tschechische Polizisten 214 meist aus Syrien stammenden Flüchtlingen, die in Zügen aus Österreich und Ungarn die tschechische Grenze erreichten, Nummern auf die Hände geschrieben. Damit sollte nach Behördenangaben verhindert werden, dass einzelne Familienmitglieder auf der Flucht verloren gehen.

Kritiker hatten sich dagegen an die Häftlingsnummern für KZ-Gefangene in der Nazi-Zeit erinnert gefühlt. Tschechiens Innenminister Milan Chonvanec verteidigte die Polizisten am Donnerstag gegen Kritik. Die Beamten in der südöstlichen Stadt Breclav hätten "schnell und unter Stress" handeln müssen, als die Flüchtlinge mitten in der Nacht eingetroffen seien.

Tschechien ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge in Richtung Westeuropa. Die Regierungschefs von Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei beraten am Freitag in Prag über die Flüchtlingskrise.

 

(AFP)
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