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Drama im Mittelmeer
Flüchtlingsbaby ertrinkt vor der Küste von Lesbos

Flüchtlinge erreichen griechische Insel Lesbos
Flüchtlinge erreichen griechische Insel Lesbos FOTO: dpa, fs sh
Athen . Schon wieder ist ein Kleinkind auf der Flucht Richtung Europa ertrunken. Das Schlauchboot, in dem der Einjährige war, sank in der Nacht zu Freitag vor der Küste der griechischen Insel Lesbos, wie die Küstenwache mitteilte.

56 Menschen seien gerettet worden, das Kleinkind sei bewusstlos geborgen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort sei es gestorben. Insgesamt rettete die Küstenwache von Donnerstag- bis Freitagmorgen bei zwölf Einsätzen 542 Menschen. Entdeckt wurden die Flüchtlinge vor den Küsten der Inseln Lesbos, Chios, Samos, Agathonissi und Farmakonissi, wie die Küstenwache berichtete.

Hunderttausende Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg und Armut fliehen, haben in diesem Jahr versucht, Griechenland zu erreichen. Die große Mehrheit von ihnen setzt in billigen Schlauchbooten oder klapprigen Holzbooten von der nahen türkischen Küste über. Obwohl der Weg nicht weit ist, ist er gefährlich, da die Boote nicht nur von schlechter Qualität, sondern auch hoffnungslos überfüllt sind - und manches Mal sinken.

Nur wenige von denen, die Griechenland erreichen, wollen dort bleiben. Die meisten streben in die reicheren Länder der Europäischen Union. Besonders beliebt sind Deutschland, Österreich und Schweden.

Weitere Informationen zur Flüchtlingskrise in unserem Dossier.

(ap)
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