Mehrere Tote: Flüchtlingsboote aus Somalia gesunken
zuletzt aktualisiert: 28.12.2006 - 18:14Genf (RPO). Zwei Flüchtlingsboote aus Somalia sind nach Angaben des UN-Flüchtlinghilfswerk UNHCR vor der jemenitischen Küste gekentert. Dabei seien am Mittwochabend mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, 140 würden noch vermisst. Die Passagiere wollten offenbar vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land Richtung Jemen flüchten.
Mehr als 500 Menschen vor allem aus Somalia hätten auf vier Booten die Flucht über das Meer angetreten. Eines der Boote sei gekentert, als es aufgrund einer Panik der Flüchtlinge das Gleichgewicht verlor. Ein zweites Schiff sei gesunken, als die Schlepper vor der jemenitischen Küstenwache fliehen wollten. Auf zwei Booten lieferten sich die Schlepper laut Augenzeugen Schusswechsel mit Sicherheitskräften. 357 überlebende Flüchtlinge werden demnach in Aufnahmelagern des UNHCR versorgt.
UN-Flüchtlingskommissar António Guterres mahnte ein internationales Vorgehen an, um die Ursachen für die Flucht anzugehen. Nach UNHCR-Angaben gaben viele der Somalier an, in ihrem Land vor dem bewaffneten Konflikt zwischen Regierungstruppen und islamischen Milizionären geflohen zu sein.
Vor der Küste des Senegals brachte die Marine des Landes unterdessen ein Segelboot mit 90 illegalen Einwanderern auf, die auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln waren. Die bei dem Vorfall am Vortag festgenommenen Flüchtlinge kämen fast ausschließlich aus dem Senegal und würden der Justiz überstellt, sagte ein Behördensprecher. Nach Angaben der EU-Agentur für den Schutz der Außengrenzen (Frontex) gelangten in diesem Jahr bislang mehr als 31.000 Flüchtlinge auf die zu Spanien gehörende Inselgruppe. Damit sei das bisherige Rekordhoch aus dem Jahr 2002 bereits um mehr als Dreifache überschritten worden.
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