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Iran: Flugzeug mit 169 Menschen an Bord abgestürzt

zuletzt aktualisiert: 15.07.2009 - 16:12

Teheran (RPO). Wieder sind bei einem tragischen Flugzeugunglück viele Menschen ums Leben gekommen. Beim Absturz eines brennenden iranischen Tupolew-Passagierflugzeugs waren am Mittwoch im Nordwesten Irans 169 Menschen an Bord.  Das Unglück ereignete sich nahe der Stadt Kaswin, rund 120 Kilometer nordwestlich von Teheran. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat dem Iran sein Beileid ausgesprochen.

"Mit großer Trauer habe ich erfahren, dass ein Flugzeug mit mehr als 150 Passagieren im Nordwesten des Irans abgestürzt ist. Ich spreche den Familien der Opfer dieses tragischen Unglücks und der iranischen Regierung mein tiefes Mitgefühl aus", erklärte Solana am Mittwoch in einer in Brüssel veröffentlichten Pressemitteilung.

Die Maschine russischen Typs der Caspian Airlines pflügte 16 Minuten nach dem Start in Teheran regelrecht in ein Feld und zerschellte in viele kleine Einzelteile, wie Bilder des staatlichen iranischen Fernsehens zeigten. Die Maschine war auf dem Weg nach Eriwan.

Die halbamtliche Nachrichtenagentur ISNA zitierte einen Augenzeugen mit den Angaben, im Heck der Tupolew TU-154M sei vor dem Absturz ein Feuer ausgebrochen. Das Flugzeug habe gekreist, als ob die Piloten nach einem geeigneten Platz für eine Notlandung suchten. Der Chef des Luftsicherheitsdienstes in der armenischen Hauptstadt, Serob Karapetjan, sagte, es sei durchaus denkbar, dass der Pilot eine Notlandung versucht habe. Berichte über ein Feuer noch in der Luft seien "aber nur eine Version", sagte er.

An Bord des Fluges nach Eriwan waren 154 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder, teilte der stellvertretende Vorsitzende der armenischen Luftfahrtbehörde, Arsen Pogossjan, mit. Ein iranischer Sprecher hatte zuvor von 153 Passagieren und 15 Besatzungsmitgliedern gesprochen. Pogossjan sagte, die meisten Passagiere seien vermutlich Iraner gewesen. An Bord seien auch sechs Armenier und zwei Georgier gewesen. Auch neun Mitglieder der iranischen Judo-Jugendnationalmannschaft waren dem iranischen Fernsehen zufolge an Bord. Es wollte sich zusammen mit dem armenischen Team auf einen Wettkampf Anfang August in Ungarn vorbereiten, hieß es.

Die Absturzstelle liegt rund 120 Kilometer nordwestlich von Teheran bei Kaswin nahe dem Dorf Dschannat Abad. Nach Angaben der Rettungsdienste der Stadt ging das Flugzeug in Flammen auf und wurde vollständig zerstört. Das staatliche Fernsehen berichtete, alle Insassen seien ums Leben gekommen. In seinen Aufnahmen war ein großer Teil des Flügels und ein tiefer Graben zu sehen, den das Flugzeug beim Aufprall in das Feld pflügte. Der größte Teil des Wracks schien in kleine Teile zerschellt zu sein.

Zahlreiche Abstürze in den vergangenen sieben Jahren

Die Fluggesellschaft Caspian Airlines wurde 1993 als Joint-Venture des Irans und Russlands gegründet. Sie benutzt Flugzeuge russischer Bauart. Der Iran hat die relativ häufigen Flugzeugabstürze im Lande wiederholt auf die Wirtschaftssanktionen seitens der USA zurückgeführt, weil dadurch keine Ersatzteile für Flugzeuge beschafft werden könnten. Beobachtern zufolge trifft dies allerdings kaum auf russische Maschinen zu. Sie verweisen auf eine unzureichende Wartung der Flugzeuge.

Im Februar 2006 kamen bei der Bruchlandung einer Tupolew 154 der Iran Airtour in Teheran 29 der 148 Insassen ums Leben. Beim Absturz einer weiteren Iran-Airtour-Tupolew 2002 im Gebirge im westlichen Iran kamen alle 199 Insassen ums Leben. Auch die iranischen Streitkräfte sind von der Absturzserie betroffen: 2005 stürzte ein C-130-Transportflugzeug amerikanischer Bauart ein ein Hochhaus nahe des Teheraner Mehrabad-Flughafens, 115 Menschen kamen ums Leben. 2007 kamen beim Absturz eines von Russland gelieferten Militärflugzeugs 36 Revolutionsgardisten ums Leben.

Quelle: AFP

 
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