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Flugzeugabsturz
Ermittler bestätigen Geräusch auf Flugschreiber

Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote
Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote FOTO: afp, KD/EIS
Kairo. Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine in Ägypten verdichten sich Hinweise auf einen Bombenanschlag. Die Ermittler prüfen jetzt ein auffälliges Geräusch, das der Flugschreiber aufgezeichnet hat. 

Eine Woche nach dem Absturz eines russischen Ferienfliegers über dem Sinai konzentrieren sich die Ermittlungen auf ein verdächtiges Geräusch unmittelbar vor der Katastrophe. Dieses sei "in der letzten aufgenommenen Sekunde des Flugschreibers gehört" worden, sagte der Chef des internationalen Ermittlerteams, Ayman al-Mokadem, am Samstag in Kairo. Die Sequenz müsse nun von Spezialisten untersucht werden. Für Rückschlüsse sei es aber noch zu früh. Ausgeschlossen werde kein Szenario.

Internationale Geheimdiensthinweise legten zuletzt nahe, dass der Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia am Samstag vergangener Woche durch einen Sprengsatz an Bord vom Himmel geholt wurde. Alle 224 Menschen an Bord starben. Kairo beschwerte sich am Samstag, dass Erkenntnisse nicht geteilt worden seien.

Außenminister Samih Schukri erklärte, man werde sich "keine Hypothese zu eigen machen, bevor die Untersuchung nicht abgeschlossenen ist und ein umfassender Bericht die Wahrheit aufdecken kann".

Al-Mokadem betonte, das Ermittlerteam sei immer noch in der Phase der Informationsbeschaffung. Die Trümmerteile des Flugzeugs lägen über eine Länge von 13 Kilometer verstreut, dies könnte auf ein Auseinanderbrechen der Maschine in der Luft hindeuten. Das Wrack solle bald zur weiteren Untersuchung nach Kairo gebracht werden. An den Ermittlungen seien 58 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland beteiligt.

Unterdessen sitzen etwa 80.000 russische Touristen in Ägypten fest, weil Russland alle Flüge von und nach Ägypten eingestellt hat.

(lsa/dpa)
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