Mehr als 100 Tote: Flugzeugabsturz in Nigeria
zuletzt aktualisiert: 29.10.2006 - 19:22Abuja/Lagos (RPO). In Nigeria ist ein Flugzeug kurz nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Abuja abgestürzt. Vermutlich sind alle 104 Insassen ums Leben gekommen. Sechs Überlebende wurden geborgen und sind mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Unter den Todesopfern soll der höchste muslimische Würdenträger des Landes sein. Ein Fernsehsender berichtete allerdings von einzelnen Überlebenden. Nach Angaben nigerianischer Luftfahrtvertreter geriet die Maschine der Inlandsfluggesellschaft ADC kurz nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Abuja ins Trudeln, stürzte auf die Erde und ging in Flammen auf.
Nach offiziellen Angaben starb bei dem Unglück der höchste muslimische Würdenträger des Landes, der Sultan von Sokoto, Mohammadu Maccido. Außerdem seien zahlreiche weitere Politiker des Bundesstaats unter den Toten, darunter der stellvertretende Gouverneur, der Bildungsminister sowie zwei Senatoren. Die staatliche Nachrichtenagentur NAN meldete, an Bord der Unglücksmaschine hätten sich zudem der Sohn eines früheren Präsidenten und weitere führende Politiker befunden.
Die Unglücksmaschine war mit rund 110 Insassen auf dem Weg von Lagos nach Sokoto gewesen, der Hauptstadt des gleichnamigen nordwestnigerianischen Bundesstaats. In Abuja war sie zwischengelandet, um einige Passagiere aussteigen zu lassen. Kurz nach dem neuerlichen Start verlor sie dann das Gleichgewicht und stürzte ab.
Die staatliche Nachrichtenagentur NAN berichtete von mindestens vier Überlebenden des Unglücks. Über die Absturzursache war zunächst nichts bekannt. Die Bergungsarbeiten dauerten am Abend an. Staatschef Olusegun Obasanjo sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Gleichzeitig ordnete er Ermittlungen an.
In Nigeria kommt es angesichts verheerender Mängel in der Flugsicherheit regelmäßig zu Abstürzen. Im vergangenen Monat kam beim Absturz eines Militärflugzeugs im Bundesstaat Benue ein Teil der Armeeführung des Landes - insgesamt zehn Generäle und vier weitere ranghohe Offiziere - ums Leben. Vergangenen Dezember starben insgesamt 117 Insassen beim Absturz ihrer Maschine in Port Harcourt, zwei Monate zuvor war ein Passagierflugzeug mit mehr als 100 Menschen an Bord über einem Dorf nahe der Wirtschaftsmetropole Lagos zerschellt. Niemand überlebte das Unglück.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum