Kidnapper stellt sich: Flugzeugentführung in der Türkei beendet
zuletzt aktualisiert: 10.04.2007 - 20:00Ankara (RPO). Die Entführung eines Passagierflugzeugs in der Türkei ist beendet. Die Maschine war auf dem Weg von der Kurden-Hochburg Diyarbakir nach Istanbul von den Entführern zur Landung in Ankara gezwungen worden. Kurz nach der Landung stellte sich der Entführer den Behörden.
Das sagte Vize-Verkehrs-Staatsekretär Ibrahim Sahin am Dienstagabend vor Journalisten. Bei dem Kidnapper handelte es sich Medienberichten zufolge um einen aus Diyarbakir in der gleichnamigen türkischen Kurdenprovinz stammenden Mann. Der 39 Jahre alte Luftpirat wurde den Angaben zufolge von der Anti-Terror-Polizei verhört. Über seine Motive war zunächst nichts bekannt.
Wie Sahin weiter mitteilte, blieben die 174 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder unverletzt. Eine Passagierin, die vermutlich in Folge des Stresses einen Zusammenbruch erlitt, wurde medizinisch behandelt. Der Entführer hatte die Boeing 737-800 der privaten Fluglinie Pegasus auf
dem Flug von Diyarbakir nach Istanbul von der Route abgebracht und in Ankara zur Landung gezwungen. Medienberichten zufolge wollte er die Maschine zum Flug in den Iran zwingen. Der Entführer ist demnach bei der Polizei von Ankara wegen Drogenhandels und illegalen Waffenbesitzes bekannt. In ersten Berichten war von einer Luftpiratin die Rede gewesen.
Der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim äußerte im Fernsehsender CNN-Türk die Ansicht, er halte ein politisches Motiv für unwahrscheinlich. "Ein normaler Mensch macht sowas nicht", sagte er. Ein Passagier sagte gegenüber CNN-Türk, der Entführer habe von einem Sprenggürtel gesprochen und Koranverse gemurmelt. Er habe aber einen verwirrten Eindruck gemacht. Bei einer Durchsuchung des Flugzeuges wurden keine Waffen gefunden, wie Innenminister Abdülkadir Aksu sagte.
Die Passagiere des Flugzeuges wurden nach dem Ende der Geiselnahme aus der Maschine gebracht. Sie sollten ihre Reise nach Diyarbakir an Bord eines anderen Flugzeugs von Pegasus fortsetzen. Am Flughafen von Ankara wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, der Flugverkehr war nicht beeinträchtigt.
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