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Fotoprojekt "What's in my bag"
Diese wenigen Dinge nehmen Flüchtlinge aus der Heimat mit

"What's in my bag" - Fotoprojekt des IRC
"What's in my bag" - Fotoprojekt des IRC FOTO: Tyler Jump/ International Rescue Committee
Düsseldorf. Was haben Flüchtlinge eigentlich bei sich, wenn sie sich auf den langen Weg in ein neues Leben begeben? Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) hat einige Flüchtlinge gebeten zu zeigen, was sie in ihren Taschen haben. Es sind die letzten Dinge, die sie an ihr Leben in der Heimat erinnern. Von Dana Schülbe

Gepäck belastet. Und so nehmen die Menschen, die aus Syrien und dem Irak fliehen, nur das Nötigste auf ihre mitunter wochenlange Reise mit. Und manchmal verlieren sie auch das. Das macht das Foto-Projekt "What's in my bag" des IRC deutlich. Ein Kind, eine Mutter, eine Familie und einige Männer haben den Mitarbeitern den Inhalt aus der Tasche gezeigt, mit der sie geflüchtet sind, und dabei ihre Geschichte erzählt.

So wie die syrische Großfamilie, die eigentlich mit zwei Gepäckstücken pro Person gestartet war. Doch auch sie gehörten zu den Menschen, die mit einem kleinen Boot von der Türkei nach Griechenland flohen – und mit ansehen mussten, wie ihr Boot zu sinken begann. Und so versuchten sie, das Notwendigste zu retten – ein paar Habseligkeiten für die Kinder, die persönlichen Dokumente.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Auch Aboessa, eine 20-jährige Frau, hat vor allem Dinge für ihre zehn Monate alte Tochter eingepackt – um sie vor Krankheiten zu beschützen, wie sie der Organisation IRC sagte. Sie berichtet, dass ihr ein netter Mann Essen gegeben habe, als sie mit ihrer Familie in Griechenland angekommen sei. Ein anderer habe ihr Kekse und Wasser gegeben, als er ihr Baby gesehen habe.

Manch anderer hat nur noch das bei sich, was er am Leid trägt. Andere können, weil ihr Boot ebenfalls sank, den durchnässten Inhalt ihrer Tasche kaum noch nutzen. Und dennoch sind es die letzten Erinnerungen, die ihnen an das Leben in der Heimat geblieben sind – und ihre letzten Habseligkeiten überhaupt.

Die Bilder zu dem Foto-Projekt finden Sie hier.

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