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Südfrankreich
Angestellte in Missionars-Heim erstochen

Frankreich: Angestellte in Heim für Mönche erstochen - Täter auf der Flucht
Einsatzkräfte vor dem Wohnheim in Montferrier-sur-Lez. FOTO: dpa, ay
Paris. In Südfrankreich ist über Nacht eine Angestellte in einem Heim für pensionierte Mönche erstochen worden. Der Angreifer hatte sich vermummt und war am späten Abend in die Einrichtung eingedrungen. Vorher hatte er eine Wächterin überwältigt.

Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Spezialeinheiten der Gendarmerie hätten das Areal in Montferrier-sur-Lez (Hérault) nahe Montpellier auf der Suche nach dem Mann vergeblich durchkämmt und rund 60 Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Täter entkam jedoch.

Die Präfektur stufte die Tat als "kriminellen Akt" ein. Ein terroristischer Hintergrund sei unwahrscheinlich, hieß es laut AFP in Ermittlerkreisen. Das Motiv des mutmaßlichen Einzeltäters, der ersten Erkenntnissen zufolge mit Messer und abgesägter Flinte bewaffnet war, liege noch im Dunkeln. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Montpellier sei keiner der Mönche verletzt oder misshandelt worden. Alarmiert wurde die Polizei laut AFP von der Wächterin, die vom Täter gefesselt und geknebelt wurde, sich aber selbst befreien konnte.

In dem Heim "Les Chênes verts" leben Geistliche, die zuvor in Afrika tätig waren, wie ein Mitarbeiter der Diözese Montpellier der AFP sagte. Der Bürgermeister von Montferrier-sur-Lez, Michel Fraysse, sagte der Nachrichtenagentur, in der Einrichtung seien rund 60 frühere Missionare sowie rund ein Dutzend Laien und Gläubige untergebracht.

Dem Bericht zufolge befanden sich zwei Dutzend Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge zu einem Großeinsatz vor Ort. Auch ein Hubschrauber wurde am Freitagmorgen bei der Suche nach dem Flüchtigen eingesetzt.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ermordung eines Priesters durch zwei Dschihadisten in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie. Dort hatten die Angreifer am 26. Juli während der Morgenmesse Geiseln genommen und anschließend den 85 Jahre alten Priester ermordet.

(hebu/dpa)