| 13.20 Uhr

Fünf Festnahmen
Sprengsatz in Pariser Nobelviertel gefunden

Paris. Die französische Polizei hat in einem Nobelviertel von Paris offenbar einen Sprengstoffanschlag verhindert. Ein Anwohner hatte verdächtige Aktivitäten beobachtet, die Behörde fand daraufhin einen Sprengsatz. Fünf Verdächtige befinden sich in Gewahrsam.

Ein Anwohner habe die Behörden am Wochenende über verdächtige Aktivitäten in einem Gebäude im 16. Arrondissement informiert, worauf ein Sprengsatz gefunden worden sei und fünf Personen festgenommen worden seien, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Die Antiterrorstaatsanwaltschaft nahm nach Angaben aus Justizkreisen Ermittlungen gegen die fünf Verdächtigen auf, die am Dienstag weiter in Gewahrsam saßen. Innenminister Gérard Collomb sagte, einer der Verdächtigen sei von der Regierung wegen seiner Radikalisierung beobachtet worden.

Auf die Frage, warum jemand unter Beobachtung unbemerkt einen Anschlag vorbereiten könne, sagte der Minister, dass Radikale für gewöhnlich Freunde und Netzwerke hätten, die den Angriff ausführen könnten. Diese Personen zeigten keine äußerlichen Zeichen einer Radikalisierung, seien aber bereit, zu helfen.

Weiterhin "extrem hohe" Terrorgefahr

Der Vorfall zeige, dass die Terrorgefahr in Frankreich weiterhin "extrem hoch" sei, sagte Collomb. "Ein Gebäude in einem schicken Viertel von Paris hochzujagen - ist das nicht ein Zeichen dafür, dass niemand sicher ist? Das passiert nicht nur in Vororten in Arbeitervierteln", sagte er.

Erst am Sonntag hatte ein Mann am Hauptbahnhof von Marseille zwei Frauen getötet. Im Anschluss wurde er von Sicherheitskräften erschossen. Seine Motive sind unklar. Die Terrormiliz Islamischer Staat übernahm die Verantwortung für die Tat. Das französische Parlament wird am Dienstag voraussichtlich ein neues Gesetz im Kampf gegen den Terrorismus verabschieden.

(vek/ap)
 
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