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Nationalversammlung
Frankreich will Berufsverbot für Magermodels

Nationalversammlung: Frankreich will Berufsverbot für Magermodels
FOTO: AP, AP
Paris . Die französische Nationalversammlung hat für ein neues Gesundheitsgesetz gestimmt, das unter anderem im Kampf gegen die Magersucht extrem dünne Models von den Laufstegen verbannen soll.

Für den von den regierenden Sozialisten eingebrachten Gesetzentwurf stimmten am Dienstag 311 Abgeordnete, 241 Abgeordnete stimmten dagegen. Der Gesetzestext kommt nun in den französischen Senat, das letzte Wort hat dann wieder die Nationalversammlung.

Das Gesundheitsgesetz sieht eine ganze Reihe von Änderungen vor. Eine zentrale Maßnahme ist, dass Patienten bei Arztbesuchen in Städten künftig grundsätzlich nicht mehr in Vorkasse treten müssen. Vielmehr wird die Rechnung direkt von der Krankenkasse beglichen. Festgeschrieben sind auch Maßnahmen gegen das Koma-Saufen von Jugendlichen, die Einführung einheitlicher, neutraler Zigaretten-Packungen ab Mai 2016 und die experimentelle Einrichtung überwachter Räume, wo Abhängige Drogen konsumieren können. Abgeschafft wird eine verpflichtende siebentägige Bedenkfrist für Schwangere, die abtreiben wollen.

Für besonders viel Wirbel hatten Maßnahmen gesorgt, die junge Frauen vor der Magersucht schützen sollen - insbesondere soll Schluss sein mit Magermodels als Schönheitsideal. Stark unterernährten Frauen soll eine Arbeit als Model in Frankreich daher untersagt werden.

Den Verantwortlichen von Modelagenturen, die extrem dürre Mannequins engagieren, sollen künftig sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro drohen. Die französische Gesundheitsbehörde muss noch einen Body-Mass-Index (BMI) - eine Kennzahl für das Körpergewicht - festlegen, der von Models nicht unterschritten werden darf.

Modelagenturen in Paris, einer der Hauptstädte der internationalen Modewelt, hatten gegen gegen das anvisierte Verbot mobil gemacht. Ähnliche Maßnahmen gibt es allerdings bereits in Spanien, Italien und Israel.

Künftig müssen zudem digital bearbeitete Fotos von Models etwa in Werbeanzeigen von Zeitschriften mit dem Hinweis versehen werden, dass sie verändert wurden. Verstöße werden mit Geldstrafen von 37.500 Euro bestraft. In der Werbewelt ist es üblich, Fotos am Computer nachzubearbeiten, damit die Models schlanker erscheinen als sie in Wirklichkeit sind. Ein weiterer Artikel des Gesundheitsgesetzes belegt eine Anstiftung zur Magersucht etwa auf Internet-Seiten mit einem Jahr Gefängnis und 10.000 Euro Geldstrafe.

(AFP)
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