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Papst-Besuch in Schweden
Franziskus wirbt für Aussöhnung mit Lutheranern

Lund. Bei seinem Besuch in Schweden hat Papst Franziskus einen Gottesdienst mit ranghohen Vertretern des Lutherischen Weltbundes gefeiert. Gemeinsam riefen sie dazu auf, den Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern fortzusetzen.

Bei dem gemeinsamen Gottesdienst im schwedischen Lund äußerten Franziskus und Vertreter der lutherischen Kirchen ihr Bedauern über Massaker und Vorurteile durch die Spaltung des Christentums vor 500 Jahren. "Wir müssen mit Liebe und Aufrichtigkeit unsere Vergangenheit betrachten und unsere Fehler anerkennen und um Verzeihung bitten", sagte der Papst.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche, ein glühender Verfechter der Einheit aller Christen, war zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum nach Schweden gereist. Der Gottesdienst in Lund wurde aus Anlass des 50. Jahrestages des Dialogs zwischen katholischer Kirche und Protestanten begangen.

Bei der Zeremonie in der mittelalterlichen lutherischen Kirche in Lund erinnerte der Schweizer Kardinal Kurt Koch an "die Niederlagen" der Katholiken und Lutheraner, "die zum Tod von hunderttausenden Menschen" geführt hätten. "Wir bedauern das Leid, dass sich die Katholiken und die Lutheraner gegenseitig angetan haben", fügte er hinzu.

"Historischer Moment"

Pastor Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, sagte, der "historische Moment" sei eine Gelegenheit für Katholiken und Protestanten, sich "von einer Vergangenheit zu distanzieren, die vom Konflikt und der Spaltung getrübt wurde".

Der deutsche Mönch Martin Luther hatte am 31. Oktober 1517 aus Unmut über Missstände in der katholischen Kirche seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen. Sein öffentlicher Protest gegen den Ablasshandel war der Auftakt der Reformation, die Europa grundlegend veränderte und die von der katholischen Kirche lange Zeit erbittert bekämpft wurde.

Allein die Teilnahme von Papst Franziskus an dem Gottesdienst in Lund ist eine Geste, die bei fast all seinen Vorgängern undenkbar gewesen wäre. Der argentinische Papst bemüht sich aber seit seiner Wahl vor gut drei Jahren um eine Annäherung mit anderen christlichen Kirchen. So traf das Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken in aller Welt vor acht Monaten als erster Papst in fast tausend Jahren einen orthodoxen Patriarchen. Er streckte seine Hand auch in Richtung der Anglikaner aus. Konservative Katholiken sehen diese Aussöhnungsversuche mit Misstrauen.

(rls/AFP)
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