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Französische Modeschöpferin
Sonia Rykiel mit 86 Jahren an Parkinson gestorben

Französische Modeschöpferin: Sonia Rykiel mit 86  an Parkinson gestorben
Sonia Rykiel ist am 25. August 2016 gestorben. FOTO: afp
Paris . Ihre Kleider mit quietschbunten Streifen waren genauso bekannt wie ihre feuerrote Haarpracht: Nun ist die französische Modeschöpferin Sonia Rykiel gestorben. Die "Königin des Stricks" starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren in Paris. Frankreichs Staatschef François Hollande würdigte Rykiel als "freie Frau" und "Pionierin".

Rykiel starb am frühen Donnerstagmorgen bei sich zu Hause an den Folgen ihres Parkinson-Leidens, wie ihre Tochter sagte. Die Modeschöpferin hatte ihre Erkrankung selbst in einem 2012 erschienenen autobiografischen Buch publik gemacht.

Der schnelle Erfolg und das Cover der "Elle"

Rykiel wurde am 25. Mai 1930 in Paris geboren. Zur Mode kam sie eher durch Zufall: Als sie schwanger wurde, fand sie keine Kleider, die ihr gefielen. Also entwarf sie selbst Kleider für Schwangere, aber auch anschmiegsame Pullover, die im Geschäft ihres Ehemanns verkauft wurden. Ihre Entwürfe hatten schnell großen Erfolg und landeten auf der Titelseite des Frauenmagazins "Elle".

Während der Mai-Unruhen 1968 eröffnete Rykiel dann im angesagten Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés ihre erste eigene Boutique und gründete ihre nach ihr benannte Modefirma. Ihre bequemen und zugleich schicken Strickkleider gaben den Frauen Bewegungsfreiheit. Ihre Mode richte sich an "die Frau, die das Leben liebt, gerne isst, sich gerne bewegt", sagte sie einmal.

Schwarz war für sie die Farbe der Weiblichkeit und der Verführung, berühmt wurden ihre Pullover und Kleider, in denen sich schwarze und knallbunte Streifen abwechseln. Gerne nutzte die Modeschöpferin auch Strass und aufgestickte Perlen, entwarf Röcke ohne Saum und Kleider, bei denen die Nähte gut sichtbar waren. Auch für H&M entwarf sie eine Kollektion.

Eines von Rykiels bekanntesten Stücken ist der sogenannte "armer Junge"-Pullover, der seinen Trägerinnen meist viel zu groß ist. Die Designerin versah den meist einfachen, schwarzen Pullover mit auffälligen grafischen Motiven oder Sprüchen.

Sie liebte Schokolade, Wein und Zigarren

Rykiel war eine Lebefrau, sie liebte Schokolade, Wein und Zigarren, hatte zahlreiche Schriftsteller-Freunde und schrieb selbst mehrere Bücher. In dem 1994 gedrehten Robert-Altman-Film "Prêt à porter" spielt sie sich selbst.

"Sie hat nicht nur eine neue Mode erfunden, sondern auch eine Haltung, eine Art zu leben und zu sein, und sie hat Frauen Bewegungsfreiheit geschenkt", würdigte Staatschef Hollande die Modeschöpferin.

(lai/ap/afp)
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