Die traditionelle Christmette in Rom hat dieses Jahr mit einem Zwischenfall begonnen: Eine offensichtlich geistig gestörte Frau stürzte sich während der Einzugsprozession im Petersdom auf Papst Benedikt XVI. und brachte ihn zu Fall. Augenzeugen filmten den Zwischenfall.
Zu dem Zeitpunkt als Papst Benedikt XVI. durch den Petersdom schreitet, drängt sich eine Frau in einem roten Pullover an die Absperrungen.
Videoaufnahmen zeigen, wie die Frau mit Schwung über die Absperrungen steigt.
Sie überwindet die Barriere schnell und nähert sich den Papst.
Unmittelbar nachdem sie den Papst erreicht hat, stürzt sich schon ein Sicherheitsbeamter auf sie.
Trotz der raschen Reaktion des Sicherheitsbeamten bekommt sie den Papst am Kragen zu fassen und zieht ihn zu sich.
Der 82-Jährige stürzt zu Boden, kann sich mit Unterstützung jedoch rasch wieder aufrichten und die Prozession zum Altar fortsetzen.
Der Papst verlor bei dem Angriff seine Mitra und seinen Bischofsstab. Personenschützer begleiteten ihn zum Altar.
Nach dem Vorfall feierte Benedikt XVI. die fünfte Christmette seit Beginn seines Pontifikats, als wäre nichts geschehen.
Er erwähnte den Sturz mit keinem Wort und eröffnete die Messe mit den traditionellen Worten "Pax vobis" ("Friede sei mit Euch").
In seiner Predigt warnte er vor dem Egoismus des Einzelnen und der Gruppen. "Der Streit in der Welt, die Unversöhnlichkeit miteinander" rührten daher, dass die Menschen in ihren eigenen Interessen, Wünschen und Meinungen gefangen seien.
Zwischenzeitlich sah er müde und angeschlagen aus. Mit Rücksicht auf das Alter des 82-Jährigen fand die Messe nicht wie traditionell um Mitternacht, sondern bereits um 22 Uhr statt.
Voller Freude segnete der Papst aber während der Messe Kinder.
Die offenbar geistig gestörte Frau wurde von der Vatikan-Polizei festgenommen und verhört. Offenbar habe sie den Papst lediglich umarmen wollen, hieß es später.